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Ein Vergleich: Die Vereinigten Staaten und die UdSSR

Sonntag, Oktober 2nd, 2005

von Luke Exilarch

Übersetzt aus dem engli­schen von Kai Hacke­messer am 2.10.2005

Original: http://exilemm.com/e-sub-ussr1.shtml und http://exilemm.com/e-sub-ussr2.shtml zu finden auf www.eXilemm.com

Ist das Leben heute in den Vereinigten Staaten wie das Leben damals in der UdSSR?

Die Zentra­li­sie­rung poli­ti­scher Kraft in den Händen der Bundes­re­gie­rung hat ermög­licht, einen tota­li­tären Staat zu schaffen, welcher auf viel­fäl­tige Weise an die alte Union der Sozia­lis­ti­schen Sowjet­re­pu­bliken erinnert.

Es gibt tatsäch­lich noch bedeu­tende Unter­schiede zwischen den Verei­nigten Staaten und der ehema­ligen UdSSR. Verbrauchs­waren sind überall verfügbar in den Verei­nigten Staaten (obwohl unser riesiges Handels­bi­lanz­de­fizit andeutet, dass sie nicht hier herge­stellt worden sind). Einige von unseren verfas­sungs­mä­ßigen Rechten bleiben unver­sehrt, obgleich erodiert.
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Angemessene Kindeserziehung

Sonntag, Mai 4th, 2003

Ursprüng­liche Quelle: Teach Your Children Well von Joseph Sobran

Übersetzt im Mai/2003 durch Kai Hacke­messer

Weil ich über Politik schreibe, fragen mich die Leute ständig nach der besten Methode, den Kindern zu erklären, wie unser Regie­rungs­system funk­tio­niert. Ich erkläre ihnen, dass sie ihren Kindern im eigenen Heim einen Staats­bürger-Grundkurs geben können.

Durch meine eigenen Erfah­rungen als Vater habe ich mehrere einfache Einrich­tungen gefunden, welche einem Kinder­ver­stand die Prin­zi­pien verdeut­li­chen können, wie der moderne Staat mit seinen Bürgern umgeht. Sie könnten sie ebenfalls als hilfreich ansehen.

Zum Beispiel habe ich einen einfaches Karten­spiel mit meinem Sohn gespielt. Nach einer Weile, als er das Konzept, dass höher­wer­tige Karten die nied­ri­geren über­trumpfen, gründlich verstanden hat, habe ich mir ein neues Spiel ausge­dacht, welches ich REGIERUNG nannte. In diesem Spiel — ich war die Regierung — habe ich mit jedem Blatt gewonnen, egal wer die besseren Karten hatte. Mein Junge hat schnell das Interesse an meinem neuen Spiel verloren, aber ich denke, es hat ihm eine lehr­reiche Lektion für sein späteres Leben vermit­telt.

Wenn Ihr Kind ein wenig älter ist, können Sie ihm unser Steu­er­system auf eine leicht­ver­ständ­liche Weise beibringen. Bieten Sie ihm sagen wir mal zehn Dollar für das Rasen­mähen an. Wenn es gemäht hat und seinen Lohn einfor­dert, halten Sie fünf Dollar zurück und erklären ihm, das sei die Einkom­mens­steuer. Geben Sie einen Dollar an seinen jüngeren Bruder und sagen Sie ihm, das sei „fair”. Ausserdem erklären Sie ihm, dass Sie die anderen vier Dollar benötigen, um die admi­nis­tra­tiven Kosten der Geld­ver­tei­lung zu decken. Wenn es heult, erklären Sie ihm, dass es „habgierig” und „egois­tisch” ist. Er wird es ihnen in seinem späteren Leben danken.

Stellen Sie so viele Regeln wie möglich auf. Die Gründe für diese können Sie im Dunkeln lassen. Verschärfen Sie sie will­kür­lich. Beschul­digen Sie ihr Kind, Regeln gebrochen zu haben, von denen Sie ihm nie erzählt haben. Lassen Sie es besorgt sein, es könne Anwei­sungen miss­achtet haben, welche Sie noch nicht erlassen haben. Flössen Sie ihm das Gefühl ein, dass Regeln schlicht irra­tional sind. Dies wird es auf ein Leben unter demo­kra­ti­scher Regierung vorbe­reiten.

Wenn Ihr Kind ausrei­chend erwachsen ist, um zu verstehen, wie das Rechts­system funk­tio­niert, legen Sie eine Schla­fens­zeit fest, und schicken es eine Stunde früher zu Bett. Wenn es Sie tränen­reich beschul­digt, die Regeln zu brechen, erklären Sie ihm, dass Sie die Regeln aufge­stellt haben, und dass Sie sie jederzeit so auslegen können, dass sie zu Ihren Gunsten erscheinen, wegen wech­selnder Begleit­um­stände. Dies wird es auf das Bundes­ge­richtshof-Konzept der US-Verfas­sung als „lebendes Beispiel” vorbe­reiten.

Verspre­chen Sie oft, mit ihm in den Zoo oder ins Kino zu gehen, und dann zur verein­barten Zeit lehnen sie sich mit einer Zeitung im Sessel zurück und sagen ihm, dass Sie ihre Pläne geändert haben. Wenn es schreit „Du hast es verspro­chen!”, erklären Sie ihm, dass es nur ein Wahl­ver­spre­chen war.

Hin und wieder sollten Sie ohne Vorwar­nung ihr Kind ohrfeigen. Dann erklären Sie ihm, dass es blos Vertei­di­gung ist. Sagen Sie, dass Sie jederzeit wachsam sein müssen, um jeden poten­ti­ellen Feind aufzu­halten, bevor er gross genug wird, um Sie zu verletzen. Auch dies wird Ihr Kind schätzen, warschein­lich nicht unbedingt sofort, aber in seinem späteren Leben.

Manchmal wird Ihr Kind natürlich Unzu­frie­den­heit mit Ihren Methoden ausdrü­cken. Es könnte sogar den bockigen Wunsch ausspre­chen, dass es bei einer anderen Familie wohnen möchte. Um dieser Reaktion zuvor­zu­kommen oder sie abzu­min­dern erzählen Sie ihm, wie glücklich es mit Ihnen ist, dem liebe­vollsten und nach­sich­tigsten Eltern­teil der Welt, und erzählen Sie grelle Geschichten von Grau­sam­keiten anderer Eltern. Dies wird es Ihnen gegenüber loyal machen und später empfäng­lich für die Behaup­tungen im Klas­sen­zimmer, dass der post­mo­derne Wohl­fahrts­staat Amerika immer noch das beste und freieste Land der Welt sei.

Dies bringt mich zur wich­tigsten Kinder­er­zie­hungs­technik von allen: Lügen. Belügen Sie ihr Kind zu jeder Zeit. Lehren Sie es, das Worte gar nichts bedeuten — oder besser das die Bedeutung des Wortes sich konti­nu­ier­lich „entwi­ckelt” und morgen viel­leicht das  Gegenteil zu heute bedeutet.

Manche Leser mögen darauf hinweisen, dass dies eine armselige Weise sei, ein Kind aufzu­ziehen. Aber gerade das ist der Punkt: Kindes­miss­hand­lung ist die beste  Vorbe­rei­tung für das Erwach­se­nen­leben unter unserer Form von REGIERUNG.

Joe Sobran schreibt eine Kolumne und hat eine eigene Webseite, Sobran’s.

Bush plante einen „Regierungswechsel” im Irak bereits, bevor er Präsident wurde.

Dienstag, Februar 4th, 2003

Original von Neil Mackay
Übersetzt von Kai Hacke­messer am 4.2.2003

Ein geheimer Entwurf zur globalen Dominanz der USA enthüllt, daß Präsident Bush und sein Kabinett schon vor der Macht­über­nahme im Januar 2001 einen vorsätz­li­chen Angriff auf den Irak geplant haben, um einen „Regie­rungs­wechsel” sicher­zu­stellen.

Der Plan zur Schaffung einer „globalen Pax Americana” , der vom Sunday Herald enthüllt wurde, wurde für Dick Cheney (nun Vize­prä­si­dent), Donald Rumsfeld (Vertei­di­gungs­mi­nister), Paul Wolfowitz (Rumsfelds Vertreter), George W. Bushs jüngeren Bruder Jeb und Lewis Libby (Cheneys Stabschef) abgefasst. Das Dokument mit dem Titel „Wieder­aufbau der Vertei­di­gung Amerikas: Stra­te­gien, Kräfte und Resourcen für ein neues Jahr­hun­dert” wurde im September 2000 vom neokon­ser­va­tiven Think-Tank „Projekt für das neue ameri­ka­ni­sche Jahr­hun­dert” (PNAC) geschrieben.

Der Plan zeigt, daß Bush’s Kabinett beab­sich­tigte, die mili­tä­ri­sche Kontrolle in der Golf­re­gion zu über­nehmen, egal, ob Saddam Hussein an der Macht sei oder nicht. Es heißt: „Die Verei­nigten Staaten haben jahr­zehn­te­lang ange­strebt, eine dauer­haf­tere Rolle in der Sicher­heit der Golf­re­gion zu spielen. Während der ungelöste Konflikt mit dem Irak eine direkte Recht­fer­ti­gung liefert, geht der Bedarf an einer substan­ti­ellen Präsenz der Ameri­ka­ni­schen Streit­mächte im Golf über die Ange­le­gen­heit mit dem Regime von Saddam Hussein hinaus.”

Das PNAC-Dokument unter­stützt einen „Plan zur Erhaltung der globalen Vorherr­schaft der USA, zur Verhin­de­rung des Aufstiegs eines mächtigen Gegners und zur Formung der inter­na­tio­nalen Sicher­heit in Einklang mit ameri­ka­ni­schen Prin­zi­pien und Inter­essen”.

Diese „Ameri­ka­ni­sche Lang­zeit­stra­tegie” muß „so weit in die Zukunft wie möglich” voran­ge­trieben werden, heißt es in diesem Bericht. Er ruft die USA ebenfalls dazu auf, „als Kern­auf­gabe gleich­zeitig an vielen Kriegs­schau­plätzen zu kämpfen und entschei­dend zu gewinnen.”

Der Bericht beschreibt die bewaff­neten Kräfte Amerikas im Ausland als „die Kaval­lerie an der neuen ameri­ka­ni­schen Front”. Der Plan der PNAC unter­stützt ein früheres Dokument aus der Feder von Wolfowitz und Libby, welcher forderte, daß die USA „fort­schritt­liche Indus­trie­na­tionen entmu­tigen soll, unsere Führer­schaft heraus­zu­for­dern oder überhaupt eine größere regionale oder globale Rolle zu spielen.”

Der PNAC-Bericht

  • verweist auf die Schlüs­sel­ver­bün­deten wie Groß­bri­tan­nien als „effek­tivstes und effi­zi­en­testes Mittel, um die globale ameri­ka­ni­sche Führung auszuüben”
  • beschreibt die Frie­dens­stifter-Missionen als „Forderung nach ameri­ka­ni­scher Führung in der Politik anstatt der durch die Vereinten Nationen”
  • enthüllt Bedenken, daß Europa sich gegen die USA stellen könnte
  • sagt, daß „selbst wenn Saddam von der Bühne verschwinden sollte, werden die Basen in Saudi­ara­bien und Kuwait permanent besetzt bleiben — trotz der über­wie­genden Oppo­si­tion in den Golf­staats­re­gie­rungen zur Statio­nie­rung der US-Truppen — da sich der Iran leicht als große Bedrohung für die Inter­essen der USA erweisen könne, wie es der Irak getan hat”
  • beleuchtet China zwecks „Regie­rungs­wechsel” und sagt, „es ist Zeit, die Präsenz ameri­ka­ni­scher Streit­kräfte in Südost­asien zu verstärken”. Dies, heißt es, könne „Ameri­ka­ni­schen und Verbün­deten die Kraft geben, um dem Prozeß der Demo­kra­ti­sie­rung in China zu beschleu­nigen.”
  • fordert die Schaffung der „US-Raummacht”, um den Weltraum zu domi­nieren, sowie die totale Kontrolle des Cyber­spaces, um zu verhin­dern, daß „Feinde” das Internet gegen die USA nutzen.
  • deutet an, daß abgesehen von der Kriegs­dro­hung gegen den Irak wegen Massen­ver­nich­tungs­waffen die USA die Entwick­lung biolo­gi­scher Waffen — welche die Nation geächtet hat — in den kommenden Jahr­zehnten in Betracht ziehen sollen. Es heißt: „Neue Methoden des Angriffs — elek­tro­ni­sche, nichttöd­liche, biolo­gi­sche — werden besser verfügbar sein … Kämpfe werden in ganz neuen Dimen­sionen geführt werden, im Weltraum, im Cyber­space und viel­leicht sogar in der Welt der Mikroben … fort­schritt­li­chere Formen biolo­gi­scher Kriegs­füh­rung, welche bestimmte Genotypen „angreift”, können die biolo­gi­sche Krieg­füh­rung aus der Welt des Terrors in ein politisch nütz­li­chen Werk­zeuges umformen.
  • bestimmt Nordkorea, Lybien, Syrien und den Iran als gefähr­liche Regime und ihre Existenz recht­fer­tigt die Schaffung eines welt­weiten „Command-and-Control-Systems”.

Tam Dalyel, Labour-Parla­ments­mit­glied, Vater des Unter­hauses und eine der führenden Rebel­len­stimmen gegen den Krieg gegen den Irak, sagte: „Das ist der Müll von rechts­ge­rich­teten Think Tanks voller Hühner­ha­bichte — Männer, die nie den Schrecken des Krieges sebst erlebt haben, aber verliebt in die Idee des Krieges sind. So Männer wie Cheney, Kriegs­dienst­ver­wei­gerer im Viet­nam­krieg.

Dies ist ein Plan zur Welt­kon­trolle durch die USA — eine neue Welt­ord­nung ihrer Erzeugung. Dies sind die Denk­pro­zesse von ameri­ka­ni­schen Fantasten, die die Welt beherr­schen wollen. Ich bin empört, das ein engli­scher Premier­mi­nister der Labours mit einer Mann­schaft von solch mora­li­schen Niveau ins Bett geht.”

Interview mit Dr. Kurt Richebacher

Donnerstag, Januar 2nd, 2003

24. Dezember 2002

Über­set­zung von Kai Hacke­messer

Quelle: http://www.investmentrarities.com/weeklycommentary.html

Vorwort

Dr. Kurt Riche­ba­cher hat eine unheim­liche Fähigkeit demons­triert, zukünf­tige wirt­schaft­liche Probleme zu iden­ti­fi­zieren. Der frühere Chef­volks­wirt der Dresdner Bank warnte vor der Rezession und dem NASDAQ-Crash Monate, bevor es geschah. Er sagte den Zusam­men­bruch der asia­ti­schen Tieger­s­taten 1998 voraus und lies lange vor Enron die Alarm­si­renen ertönen, was die Tricks um die Unter­neh­mens­ge­winne anging. Als beinahe jeder sich einer V-förmigen Erholung sicher war, behaup­tete er, daß dies unmöglich sei.

Als Meister der klas­si­schen Volks­wirt­schaft und viel­leicht der beste analy­ti­sche volks­wirt­schaft­liche Denker der heutigen Welt schreibt Dr. Riche­ba­cher einen monat­li­chen Rundbrief, den „Riche­ba­cher-Brief”. Bei seinem beein­dru­ckenden Rekord genauer Warnungen und Voraus­sagen ange­sichts der meist einstim­migen Oppo­si­tion aus Esta­blish­ment-Volks­wirt­schaften denken wir, daß das folgende Interview mit voller Konzen­tra­tion und Kombi­na­ti­ons­fä­hig­keit gelesen werden sollte.

Damals im März’97 warnten Sie, daß ernste Probleme die schwer verschul­dete Wunder­wirt­schaft im Fernen Osten bedrohen. Warum hatten Sie dieses Problem ins Licht gerückt?

Ihr Boom war kredit­in­du­ziert. Sie gerieten schwer in Schulden, um exzessiv zu bauen.

Die gleiche alte Geschichte?

Ja, Abge­zo­gene Gelder und Kredit­wachstum und die typischen Symptome von sich über­hit­zenden Volks­wirt­schaften — Inflation, Speku­la­tion und finan­zi­elle Exzesse.

Dann, im Juni’98 sagten Sie, „Später dieses Jahr wird sich die US-Wirt­schaft abrupt verlang­samen”. Was hatten Sie wahr­ge­nommen?

Die Gewinne gaben nach und Unter­nehmen neigten zu selbst­zer­stö­re­ri­schen Finanz­tricks und Buch­hal­tungs­ma­nö­vern einschließ­lich schwerer Speku­la­tionen und Lever­aging. Ich schrieb, daß einige durch explo­die­rende Papier­werte unglaub­lich reich wurden, aber Erspar­nisse und Kapi­tal­bil­dung erbärm­lich seien.

Dann sagten Sie den Zusam­men­bruch des Akti­en­marktes und der Tech­no­lo­gieblase voraus. Wie konnten Sie das?

Die großen speku­la­tiven Manien der Geschichte waren mit Neue­rungen verbunden, die große öffent­liche Begeis­te­rung auslösten. Das war auch der Fall beim Internet, und damit einher­ge­hend hatten wir die allge­gen­wär­tige Über­schwem­mung mit Geld und Kredit. Ja, ich schrieb, ein Bären­markt sei unaus­weich­lich.

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Schwer verschuldet, schwer gefährdet

Donnerstag, Juni 6th, 2002

Quelle: Deep in Debt, Deep in Danger
von Hans F. Sennholz
vom 30.5.2002
übersetzt durch Kai Hacke­messer

Politiker verhalten sich selten Ihren Verspre­chungen entspre­chend. Sie können sich elegant über Haus­halts­über­schüsse äußern während sie gewaltige Defizite einfahren. Der Präsident könnte einen Krieg vom Zaun brechen, um den Frieden zu erhalten und die Senatoren und Reprä­sen­tanten können über Spar­sam­keit und „nationale Vertei­di­gung” Reden halten, aber geben reichlich Geld für Dinge aus, die ihre Popu­la­rität und Wieder­wahl­chancen verbes­sern. Sie können sogar die Gele­gen­heit nutzen, besondere Inter­essen in ihren eigenen Staaten und Bezirken zu befrie­digen. Für viele ist nationale Vertei­di­gung eine Gele­gen­heit.

Außerhalb der Welt der Politik sind die Haus­halts­über­schüsse tatsäch­lich Haus­halts­de­fi­zite, welche die Sozi­al­ver­si­che­rungs­fonds auffressen. Während diese Art defi­zi­tärer Finan­zie­rung auf den heutigen Kapi­tal­märkten nicht schwer wiegt, überträgt es die Rück­zah­lungs­last auf die Schultern der zukünf­tigen Steu­er­zahler, Anlei­he­märkte oder beide, wenn die Sozi­al­ver­si­che­rungs­leis­tungen fällig werden. Jeder Manager eines privaten Treu­hand­fonds, der es wagen würde, die ihm anver­trauten Gelder auszu­geben und durch seine Schuld­scheine zu ersetzen, würde straf­recht­li­cher Verfol­gung ausge­setzt sein. Wenn es das Schatzamt der Verei­nigten Staaten macht, nennt man es „kreative Finan­zie­rung”.

Die bundes­staat­li­chen Ausgaben werden seit Ende 1995 „kreativ” finan­ziert, als das Schatzamt die durch den Kongreß erlassene Schul­den­ober­grenze von 4,9 Billionen Dollar erreichte. Die Strategie von Finanz­mi­nister Robert Rubin finan­zierte die Regierung nichts­des­to­trotz bis Ende März 1996, als der Kongreß die Ober­grenze anhob. Heute, sechs­ein­halb Jahre später haben die Schulden wieder die vom Kongreß erlassene Ober­grenze von 5,95 Billionen Dollar erreicht, und ganz wie sein Vorgänger Rubin greift Finanz­mi­nister Paul O´Neil stra­te­gisch in dieselbe Trick­kiste. Es wirft ernst­hafte Zweifel am Wert jeder vom Kongreß erlas­senen Schul­den­ober­grenze auf. (mehr …)

Die Bush-Bilanz

Montag, März 18th, 2002

Was treibt der Präsident da im Oval Office?

Von: Dr. David A. Sprintzen
Professor der Philo­so­phie, Co-Director
Institute for Sustain­able Deve­lop­ment
C.W. Post College,
Long Island Univer­sity
720 Northern Boulevard Brook­ville,
NY 11548–1300
(516)299‑3051
fax: (516) 299‑4140 mailto:dsprintz@liu.edu

Übersetzt am 18.03.02 von Kai Hacke­messer
Origi­naler Text

Die ersten sechs Monate unter George W. Bush: Egal was Sie glauben, Sie sollten wissen, was Ihr Präsident tut. Hier eine Liste seiner Arbeit in seinen ersten sechs Monaten:

  • Er hat die Feld­ver­suchs-Kontrollen für genetisch mani­pu­liertes Getreide deutlich verein­facht.
  • Er hat die Bundes­aus­gaben für Biblio­theken um 39 Millionen Dollar reduziert.
  • Er hat die Finan­zie­rung für Ärzte, damit sie fort­schritt­li­ches pädia­tri­sches Training bekommen, um 35 Millionen Dollar reduziert.
  • Die Finan­zie­rung für erneu­er­bare Ener­gie­quellen um 50% reduziert.
  • Er nahm die Gesetze zurück, welche die akzep­ta­blen Mengen von Arsen im Trink­wasser reduziert haben.
  • Er blockierte die Gesetze, die es von Bundes­be­hörden verlangen, zwei­spra­chige Unter­stüt­zung für nicht englisch spre­chende Personen anzu­bieten. Und das bei einem Kandi­daten, der bereit­willig seine Spanisch­kennt­nisse vor seinen hispa­ni­schen Wählern (schön wärs) blos­s­tellt.
  • Er kündigte an, neue Seeschutz­ge­biete für die Channel Islands und die Koral­len­riffe nord­west­lich von Hawaii zu besei­tigen (San Francisco Chronicle, 6. April 2001)
  • Die Finan­zie­rung für Forschung für sauberere, effi­zi­en­tere Autos und LKWs wurden von ihm um 28% reduziert.
  • Er setzte Gesetze außer Kraft, welche es die Regierung besser ermög­lichte, Verträge mit Firmen abzu­lehnen, welche die Sicher­heit am Arbeits­platz, der Umwelt oder andere Bundes­ge­setze verletzen.
  • Er geneh­migte dem Berufenen der Inneren Abteilung (Interior Depart­ment), Briefe an Staats­be­amten zu versenden, die sich dafür einsetzen, Natio­nal­mo­nu­mente für Öl- und Gasboh­rungen, Kohle­bergbau und Rodung zu öffnen.
  • Er ernannte John Negro­ponte — eine nicht ange­klagte, in die Iran-Contra-Affäre hoch­gradig verwi­ckelte Person — auf den Posten des Botschaf­ters für die Vereinten Nationen.
  • Er brach ein Wahl­ver­spre­chen, 100 Millionen Dollar für die Regen­wal­d­er­hal­tung zu inves­tieren.
  • Er redu­zierte das Gemeinde-Zugriffs­pro­gramm für öffent­liche Kran­ken­häuser, Kliniken und Liefe­ranten, um Leute ohne Versi­che­rung zu behandeln, um 86%.
  • Er trat von eimen Antrag zurück, den öffent­li­chen Zugang zu Infor­ma­tionen über poten­ti­elle Konse­quenzen aufgrund eines Chemie­werkun­falls zu verbes­sern.
  • Er setzte Gesetze außer Kraft, welche vom Schwer­ge­stein­bergbau fordern, die Gelände auf öffent­li­chem Boden wieder aufzu­räumen.
  • Er reduziert das Programm „Boy´s and Girl´s Club of America” für öffent­liche Gebäude um 60 Millionen Dollar.
  • Er kündigte an, ein Bundes­pro­gramm zu besei­tigen, welches geschaffen wurde, Gemeinden zu helfen, sich auf Natur­ka­ta­stro­phen vorzu­be­reiten (wie es erfolg­reich in Seattle genutzt wurde).
  • Er stieg aus dem Kyoto-Klima­schutz­ver­trag von 1997 aus.
  • Er redu­zierte die Arbeits­kraft­schu­lung für behin­derte Arbeiter um 200 Millionen Dollar.
  • Er besei­tigte die Finan­zie­rung für das Feucht­ge­biet-Schutz­pro­gramm, welches Farmer dazu ermutigte, Feucht­bio­tope auf ihren Grund­stü­cken zu erhalten.
  • Er kürzte das Programm, welches Kinder­be­treuung für Familien mit niedrigem Einkommen anbietet, wen sie von der Wohlfahrt ins Berufs­leben ziehen.
  • Er redu­zierte ein Programm, welches verschrie­bene Verhü­tungs­mittel für Bundes­be­amten anbietet (obwohl man immer noch für Viagra bezahlt).
  • Er redu­zierte Die Kapi­tal­fi­nan­zie­rung für öffent­liche Gebäude um 700 Millionen Dollar.
  • Er ernannte Otto Reich — eine nicht ange­klagte, in die Iran-Contra-Affäre hoch­gradig verwi­ckelte Person — zum stell­ver­tre­tenden Außen­mi­nister für Inter­ame­ri­ka­ni­sche Ange­le­gen­heiten.
  • Er redu­zierte das Budget der Umweld­schutz­be­hörde um 500 Millionen Dollar.
  • Er kündigte an, die Möglich­keiten von Gruppen einzu­schränken, zu klagen, um ein Tier auf die Liste der bedrohten Tierarten zu setzen.
  • Er hob ein Gesetz auf, welches erhöhte Regu­la­tionen für Ener­gie­spar-Effizienz bei Zentral­kli­ma­an­lagen und Wärme­pumpen vorschrieb.
  • Er hob Arbeits­platz-Ergo­no­mo­ie­ge­setze auf, welche dazu gedacht waren, die Gesund­heit und Sicher­heit des Arbeit­neh­mers zu verbes­sern.
  • Er brach ein Wahl­ver­spre­chen, den Ausstoß von Kohlen­di­oxid zu regu­lieren, welches zur globalen Erwärmung beiträgt.
  • Er verbot Bundes­hilfen für inter­na­tio­nale Fami­li­en­pla­nungs­pro­gramme, welche Abtrei­bungs­be­ra­tung mit weiteren unab­hän­gigen Finan­zie­rungen anbieten.
  • Er schloß das Büro des Weißen Hauses für Frau­en­gesund­heits­in­itia­tiven und -Unter­stüt­zung.
  • Er nomi­nierte David Lauriski — Ex-Berg­bau­ge­sell­schafts­vor­stand — für den Posten des Stell­ver­tre­tenden Arbeits­mi­nister für Berg­bau­si­cher­heit und Gesund­heit.
  • Er gestat­tete dem Innen­mi­nister Gale Norton, mit seinem kontro­versen Plan fort­zu­fahren, Öl- und Gasför­der­ge­biete jenseits der Ostküste von Florida zu verstei­gern.
  • Er kündigte seine Absicht an, den „Lewis and Clark”-Nationalforst von Monatana für Öl- und Gasbor­ungen zu öffnen.
  • Er kündigte an, die Grenzen von Natio­nal­mo­nu­menten neu zu ziehen, was es technisch erlaube, Öl- und Gasbor­ungen „außerhalb” der Natio­nal­mo­nu­mente durch­zu­führen.
  • Er schloß das AIDS-Büro des Weißen Hauses.
  • Er verhan­delte Frei­han­dels­ab­kommen mit Jordanien neu, um Sicher­heiten für Umwelt und Arbei­ter­rechte zu besei­tigen.
  • Er wird nicht länger Empfeh­lungen von der Ameri­ka­ni­schen Anwalt­schaft für Bundes­jus­tiz­be­stim­mungen einholen.
  • Er ernannte den Recycling-Gegner Lynn Scarlett zum Unter­in­nen­mi­nister.
  • Er unternahm Schritte, den Rat für Umwelt­qua­lität des Weißen Hauses abzu­schaffen.
  • Er beschnitt das gemein­de­ori­en­tierte Poli­zei­dienst-Programm.
  • Er erlaubte dem Innen­mi­nister Gale Norton, den für die Wildnis von Idaho und Montana vorge­se­hene Grizz­ly­bären-Auswil­de­rungs­plan auf Eis zu legen.
  • Er blockiert weiterhin die Bundes­fi­nan­zie­rung für Stamm­zel­len­for­schungs­pro­jekte.
  • Er stellt sicher, daß verur­teilte Drogen­miß­brau­cher keine Finanz­hilfen für´s College bekommen können, obwohl selbst Mörder diese bekommen.
  • Er weigert sich, die andau­ernde Reinigung des Uran­schla­cke­berges in Utah zu finan­zieren.
  • Er weigert sich, den andau­ernden Rechts­streit der Regierung mit den Tabak-Gesell­schaften zu finan­zieren.
  • Er versprach eine Steu­er­sen­kung von zwei Billi­arden Dollar, davon werden 43% zugunsten des reichsten Prozentes der Ameri­kaner gehen.
  • Er unter­schrieb ein Gesetz, welches es für arme und mittel­stän­di­sche Ameri­kaner schwerer macht, Konkurs anzu­melden, selbst im Falle erschre­ckend hoher Medi­zin­rech­nungen.
  • Er ernannte einen Vize­prä­si­denten, der mit den Worten „Wenn sie etwas wegen Kohlen­di­oxid­em­mis­sionen tun wollen, müssen Sie Atom­kraft­werke bauen” zitiert wurde. (Dick Cheney in „Meet the Press”)
  • Er ernannte Diana „Es gibt keine geschlechts­spe­zi­fi­sche Lohnkluft” Roth zum Rat der volks­wirt­schaft­li­chen Berater. (Boston Globe, 28. März 2001)
  • Er ernannte Kay Cole James — kein Befür­worter des Entge­gen­kom­mens — zum Leiter des Amtes für Perso­nal­ma­nage­ment.
  • Er redu­zierte das Geld, welches für die Staaten vorge­sehen war, um Fälle von Kindes­miß­brauch und -vernach­läs­si­gung zu unter­su­chen, um 15,7 Millionen Dollar.
  • Er half, ein Gesetz zu besei­tigen, welches dazu gemacht war, es Teenagern zu erschweren, an Kredit­karten zu kommen.
  • Er kündigte die Besei­ti­gung des Programmes „Lesen ist essen­tiell” an, welches Bücher umsonst an arme Kinder gibt.
  • Er drängt nach einer Entwick­lung kleiner Nukle­ar­waffen, um tief­ver­gra­bene Ziele zu atta­kieren, was den Vertrag zum Nukle­ar­waf­fen­test­ver­bots-Vertrag verletzen würde.
  • Er kündigte an, Jeffrey Sutton — den Anwalt, der für den jüngsten Fall verant­wort­lich ist, der das Gesetz für behin­derte Ameri­kaner schwächt — zum Richter am Bundes­be­ru­fungs­ge­richt zu ernennen.
  • Er kündigte an, Regu­la­tionen rück­gängig zu machen, welche 240.000 km² Natio­nal­forst vor Abholzung und Stra­ßenbau schützen [Das entspricht der Fläche der BRD vor der Verei­ni­gung mit der DDR].
  • Er besei­tigte die Finan­zie­rung für das „Wir sind das Volk”-Programm, welches Schul­kinder über Verfas­sung, Grund­rechte und Staats­an­ge­hö­rig­keit unter­rich­tete.
  • Er ernannte John Bolton — der gegen die UN und Nicht­aus­lie­fe­rungs­ver­träge ist — zum Unter­staats­se­kretär für Waffen­kon­trolle und Inter­na­tio­nale Sicher­heit.
  • Er nomi­nierte Linda Fisher — eine leitende Ange­stellte bei Monsanto — für die zweit­höchste Position bei der Umwelt­schutz­be­hörde.
  • Er nomi­nierte Michael McConnell — führender Kritiker der Trennung von Kirche und Staat — Zum Bundes­richter.
  • Er nomi­nierte Terrence Boyle — leiden­schaft­li­cher Gegner der Bürger­rechte — zum Bundes­richter.
  • Er hob den Endtermin für Auther­steller auf, Proto­typen von Nied­rig­ver­brauchs­wagen zu entwi­ckeln.
  • Er nomi­nierte Harvey Pitts — den Anwalt für einen Minder­jäh­ri­gen­s­exvideo-Vertrieb — zum Leiter der SEC (Gremium zur Regelung des Vertrieb von Wert­pa­pieren)
  • Er nomi­nierte John Walters — einen starkem Gegner fon Drogen­ent­zugs­pro­grammen in Gefäng­nissen — zum Drogen-Zar. (Washington Post, 16. Mai 2001)
  • Er nomi­nierte J. Steven Giles — Ein Lobbyist für Kohle und Öl — zum stell­ver­tre­tenden Innen­mi­nister.
  • Er nomi­nierte Bennet Raley — der für die Aufhebung des Gesetzes für Bedrohte Tierarten eintritt — zum Stell­ver­tre­tenden Minister für Wasser und Wissen­schaft.
  • Er versucht, die Verte­tungs­klage zu beenden, die in den USA gegen Japan von asia­ti­schen Frauen ange­strebt wird, die während des 2. Welt­krieges als Sexsklaven arbeiten mußten.
  • Er sah vor, 4 Millionen Dollar in der neuen Bundes­zu­wen­dung für HIV- und Drogen­miß­brauchs­pro­gramme nur an religiöse Gruppen und nicht an weltliche Äqui­va­lente zu gewähren.
  • Er redu­ziertze das Hilf­pro­gro­gramm für Haushalte mit Nied­ri­g­ein­kommen um 40%, welches Personen mit zu geringem Einkommen bei der Beglei­chung der Strom­rech­nung hilft.
  • Er nomi­nierte Ted Olson — der wieder­holt über seine Verwick­lung mit dem Scaiffe-finan­zierten „Arkansas-Projekt” log, welches Bill Clinton stürzen sollte — zum Staats­se­kretär im Justiz­mi­nis­te­rium.
  • Er nomi­nierte Terrance Boyle — Feind der Bürger­rechte — zum Bundes­richter.
  • Er schlägt vor, Zulas­sungs­ge­neh­mi­gungen — einschließ­lich Umwelt­be­denken — für Raffi­ne­rien, Nuklear- und Hydro­elek­tri­sche Stau­damm­kon­struk­tionen zu erleich­tern.
  • Er schlug vor, der Regierung die Autorität zu geben, durch Enteig­nung Privat­grund­stücke für Strom­lei­tungen zu bekommen.
  • Er schlug vor, die 1,2 Milli­arden Dollar zur Finan­zie­rung von alter­na­tiven erneu­er­baren Energien durch den Verkauf von Öl- und Gas-Pacht­ge­bieten im Natio­nal­wild­park von Alaska zu erhalten.
  • Er plant, genetisch verän­derte Nahrungs­mittel in allen Regie­rungs­be­hörden zu servieren.
  • Er hat den Chef der Forst­dienste feuern lassen und einen Lobby­isten der Holz­in­dus­trie ernannt.

Japan in der Depression

Mittwoch, Februar 6th, 2002

von John H. Makin
Übersetzt von Kai Hacke­messer
Original: Japan in Depres­sion

Während viel darüber disku­tiert wird, wohin die US-Wirt­schaft nächstes Jahr laufen wird, ist die Diskus­sion über Japans Volks­wirt­schaft vorbei. Im Laufe des Jahres 2001 geschah der Übergang Japans von einer verlän­gerten und ernsten Rezession in eine ausge­wach­sene Depres­sion. Die schlechte Nachricht ist, daß eine Depres­sion in der weltweit zweit­größten Volks­wirt­schaft es der Welt­wirt­schaft noch schwerer macht, sich 2002 zu erholen. Die (nicht allzu) gute Nachricht ist, daß Depres­sionen wie die akute, die in Japan auftrat, übli­cher­weise nicht allzu lange dauern. Wie dem auch sei, erfordert die Been­di­gung von Japans Depres­sion große Abschrei­bungen unein­bring­li­cher Kredite entweder durch Reflation oder direkte Zahlungs­un­fä­hig­keit.

Japan wählt den Weg der Zahlungsunfähigkeit

Japan scheint den passiven Weg der direkten Zahlungs­un­fä­hig­keit statt des aktiveren Wegs der Reflation entlang­zu­ba­lan­cieren. Reflation, selbst wenn sie über die Preis­sta­bi­lität hinaus zu ein wenig Inflation führt, ist die bessere Strategie als die Zahlungs­un­fä­hig­keit, weil der Wechsel von Deflation hin zu stei­genden Preisen die Besitzer von Regie­rungs­schulden gleich­mäßig belastet, da steigende Preise steigende Zinssätze bewirken und den Wert der Schulden verrin­gern. Die Zahlungs­un­fä­hig­keit, auf welche Japan zusteuert, wird schroffer, zerstö­re­ri­scher und will­kür­li­cher für den japa­ni­schen und den globalen Markt. Abgesehen von der Verwir­rung an den Finanz­märkten bringen plötz­liche Zahlungs­un­fä­hig­keiten ein bedeu­tendes Risiko mit sich, welches die Beschäf­ti­gung und das Wachstum in Japan und weltweit gefährdet. Japans Deflation und Schul­den­krise bilden nun ein syste­mi­sches Risiko für die Welt­wirt­schaft.

Japans Bemü­hungen zu refla­tio­nieren sind im Grunde geschei­tert, weil solche Bemü­hungen auf den Wegen der normalen Kapi­tal­flüsse vorge­nommen wurden, welche für eine Volks­wirt­schaft mit funk­tio­nie­rendem Banken­system geeignet sind. Japans Banken­system ist jedoch insolvent. Die Bemü­hungen der Bank of Japan, die volks­wirt­schaft­li­chen Akti­vi­täten anzu­treiben und mittels zuneh­mender Reserven im Banken­system und der Senkung kurz­fris­tiger Zinssätze auf praktisch Null zu refla­tio­nieren, sind damit vergleichbar, ein totes Pferd noch fester zu schlagen. Das tote Pferd ist das japa­ni­sche Banken­system, welches aufgrund seiner Insolvenz nicht als Kapi­tal­ver­mittler handeln kann, also kurz­fristig bei der Zentral­bank zu leihen und der japa­ni­schen Privat­wirt­schaft zu verleihen. Statt­dessen bevor­zugen die japa­ni­schen Banken, Geld praktisch ohne Zinsen bei der Zentral­bank über Nacht zu leihen und davon Regie­rungs­pa­piere mit gering­fügig längerer Fällig­keit zu kaufen, um zusätz­liche 15 bis 20 Basis­punkte Gewinn aus den Regie­rungs­pa­pieren zu ziehen.

Die erfolg­losen Bemü­hungen der Bank of Japan, die Wirt­schaft durch mehr Liqui­dität für das Banken­system zu stimu­lieren, kommen im Grunde dem gleich, ständig steigende Staats­schulden und eine Fort­set­zung verschwen­de­ri­scher Regie­rungs­pro­gramme zu unter­schreiben, genau das, was Masaru Hayami, der Gouver­neur der Bank of Japan, sagte, vermeiden zu wollen. In diesem Vorgang haben Japans Banken einen riesigen Vorrat an Staats­schulden erworben, welche sehr geringe Zinssätze tragen, was das Fehlen jeglicher anderer Inves­ti­ti­ons­mög­lich­keiten in Japan und die völlige Risi­ko­ab­nei­gung der Banken wieder­spie­gelt.

Das kleinere Übel

Der umfas­sende Erwerb von japa­ni­schen Staats­si­cher­heiten durch japa­ni­sche Banken hat natürlich ein Dilemma für die Regierung und die Bank of Japan geschaffen. Erfolg­reiche Bemü­hungen, die Wirt­schaft anzu­kur­beln oder zu refla­tio­nieren, würden in höheren Zins­sätzen resul­tieren und einen Wert­kol­laps der von den Banken erwor­benen Nied­rig­zins-Staats­an­leihen bewirken. Dieses „Dilemma” hat die Regierung dazu gezwungen, ihre Bemü­hungen einzu­stellen, um die Bank of Japan zu einer Reflation zu ermutigen.

Eine Volks­wirt­schaft in Depres­sion, wie in Japan, läßt einer Regierung keine attrak­tiven Alter­na­tiven übrig. Statt­dessen muß die Regierung das geringste Übel wählen, und das bedeutet, zu refla­tio­nieren, entweder präventiv oder reaktiv, um die anwach­sende Schul­den­last zu redu­zieren, welche sich aus großen, hinaus­ge­scho­benen Regie­rungs­aus­lei­hungen und einer beschleu­nigten Deflation zusam­men­setzt. Die Alter­na­tive, nichts zu tun, sorgt nur dafür, daß die Dinge schlimmer werden, und die Schmerzen durch den Übergang von Deflation zu Reflation stärker werden.

Immer wieder haben die japa­ni­sche Regierung und die Bank of Japan ihren bevor­zugte Passi­vität in Bezug auf den Refla­tio­nie­rungs­be­darf bewiesen. Das unaus­weich­liche Ende wird der Zusam­men­bruch einer oder mehrerer großer Banken sein, was den Zusam­men­bruch des Banken­sys­tems letztlich beschleu­nigt. Mit Zusam­men­bruch meine ich schlicht, daß Konten­in­haber in der Über­zeu­gung, daß die Verbind­lich­keiten der japa­ni­schen Banken deren Aktiva bei weitem über­steigt, weiterhin ihr Kapital aus dem japa­ni­schen Banken­system abziehen. Es wird geradezu einen „Run” auf die Banken geben. Die Sorge über diese Ende ist im japa­ni­schen Akti­en­markt schon offen­sicht­lich, wo Banken­ak­tien seit Anfang Dezember um 44% auf Jahres­basis nachgaben, vergli­chen zum allge­meinen Börsen­nie­der­gang um 24%. Inzwi­schen sind die Markt­preise einiger Geld­markt­fonds, von welchen man annahm, sie seien sichere Anlagen, unter pari, aufgrund ihrer frag­wür­digen Sicher­heiten.

Das Problem mit dem Kollaps von Japans bereits totem Banken­system wird vor allem für Konten­in­haber akut. Die Banken­ak­tio­näre sehen seit langen den Wert des positiven Eigen­ka­pi­tals, oder den Nettowert von Japans Banken schwinden. Doch wenn das Banken­system kolla­biert, wird die Regierung sich mit dem Bedarf konfron­tiert sehen, zusätz­liche Verluste der Haushalts- und Geschäfts­kon­ten­in­haber in den Banken zu vermeiden.

Insbe­son­dere der negative Nettowert des japa­ni­schen Banken­sys­tems liegt irgendwo oberhalb des Yen-Äqui­va­lents zu einer Billion Euro. Wenn das Banken­system kolla­biert, muß die Bank of Japan, um zusam­men­ge­nom­mene Verluste der japa­ni­schen Haushalte zu vermeiden, den Banken mindes­tens eine Billion Euro zuführen, um die Konten­in­haber vor Verlusten zu schützen, die ein weiteres Hindernis für das japa­ni­sche Finanz­system und die Volks­wirt­schaft bilden würden.

Die Zahlungsunfähigkeit läßt die japanische Währung und die Staatsanleihen kollabieren

Die Mechanik einer Operation, in welcher die Bank of Japan eine Billion Euro Liqui­dität in das Banken­system einführt, macht einen gewal­tigen Anstieg der Staats­schulden erfor­der­lich, welche unver­züg­lich durch die Bank of Japan mone­ta­ri­siert werden. Um die Mittel zu erlangen, Japans Konten­in­haber zu schützen, wird die Regierung Sicher­heiten im Wert von einer Billion Euro heraus­bringen, welche die Bank of Japan aufkauft und in das Banken­system steckt. Solche Schritte werden vermut­lich in der Verstaat­li­chung von Japans Banken­system resul­tieren, da die Regierung dessen Zahlungs­fä­hig­keit unter­schrieben hat. In dem Prozeß werden Japans öffent­liche Schulden augen­blick­lich um 15% ansteigen. Der resul­tie­rende Liqui­di­täts­stoß wird in Verbin­dung mit dem gewal­tigen Anstieg der Staats­ver­schul­dung und der Erwartung weiterer Anstiege Japans Währung und Anleihen kolla­bieren lassen. Hinab­ge­zogen durch die Bank­ak­tien wird der Akti­en­markt noch weiter fallen. Der Kollaps der Währung und der zuneh­mende Liqui­di­täts­be­darf wird eine deutliche Reflation und Inflation anstoßen, welche die Bank of Japan schon einige Jahre zuvor hätte anstoßen sollen, um diese Kata­strophe zu vermeiden.

Obwohl solch ein kata­stro­phales Ende als eine ferne Möglich­keit angesehen werden könnte, ist es eine, welche vor allem Markt­teil­neh­mern geschehen ist. Es gibt einen Markt für den Schutz vor Zahlungs­un­fä­hig­keit japa­ni­scher Staats­an­leihen, und seit Anfang November ist der Preis für solchen Schutz von um die 0,15% des Wertes eines solchen Anlei­he­be­sitzes auf 0,25% gestiegen.

Japans Währung hat in Erwartung der kommenden Zahlungs­un­fä­hig­keit ange­fangen zu schwä­cheln. Der Yen ist seit September gegenüber dem Dollar und dem Euro im Wert durch­schnitt­lich um 10% gefallen. In Kürze dient der fallende Yen, die anste­ckende Belastung der Deflation zu re-expor­tieren, welche Japan und ein Großteil von Asien aus China impor­tiert. Mittel­fristig (im Jahres­rahmen) signa­li­siert die Yen-Schwäche einen zukünf­tigen Run heraus aus Japans letzten für Inves­toren sicheren Häfen — Staats­an­leihen und Cash.

Japan steht einer weiteren sich nähernden Bedrohung der Lebens­fä­hig­keit seines Banken­sys­tems gegenüber. Die Depot-Versi­che­rung großer Depots bei japa­ni­schen Banken soll zum 31. März 2002 enden. Mit dem Nähern dieses Stich­tages werden große Depots mit zuneh­mender Geschwin­dig­keit von den Banken abgezogen. Die Einleger werden Regie­rungs­si­cher­heiten direkt kaufen wollen, um das wachsende Zahlungs­un­fä­hig­keits-Risiko direkter Einlagen bei Banken zu vermeiden. Natürlich werden ange­sichts des stark gewach­senen Kredit­auf­nah­me­be­darfs, mit welchem die Regierung konfron­tiert ist, um die Zahlungs­fä­hig­keit des Banken­sys­tems zu unter­zeichnen, diese Sicher­heiten zunehmend riskanter. Kurz gesagt läßt die japa­ni­sche Finanz­krise letztlich dem Bank­kon­ten­in­haber keine Möglich­keit, sich vor schweren Verlusten zu verste­cken.

Die japa­ni­sche Regierung, welche einen Run auf die Banken voraus­sieht, könnte die Termi­nie­rung der Depot­ver­si­che­rung auf große Depots zum 31. März 2002 aufschieben. Dieser Schritt würde den voll­stän­digen Kollaps des Banken­sys­tems nur verzögern, da ohne eine massive direkte Zufuhr von Liqui­dität in die Volks­wirt­schaft — nicht in das todge­weihte Banken­system — durch den direkten Kauf auslän­di­scher Anleihen, Firmen­an­leihen und Land durch die Bank of Japan die Deflation weiterhin den negativen Nettowert des Banken­sys­tems und seiner Konten­in­haber wachsen liese. Wenn die Regierung alter­nativ den Endtermin vom 31. März stehen läßt, könnte sie die Erkenntnis für den Bedarf einer beschleu­nigten Krise signa­li­sieren, um eine Reflation mit Gewalt einzu­leiten.

Die Vorausahnung der Japanischen Finanzkrise

Die offi­zi­elle Aner­ken­nung des Vorgangs ist zur Zeit weit hinter der Realität zurück. Anfang 2001 haben drei Bewer­tungs­agen­turen — Moody’s, Fitch’s und Standard & Poor’s — Yen-benannte Kredite auf eine Stufe drei Punkte unter dem Top-Rating abgestuft, wo auch Länder wie Italien und die Slowakei liegen. Während sich Japans defla­tio­näre Schul­den­krise verstärkt, ist eine weitere Diskus­sion über zusätz­liche Abstu­fungen der japa­ni­schen Kredite aufge­kommen. Aber erwarten Sie nicht, daß die Kredi­t­agen­turen die Kredite herab­stufen, bevor der japa­ni­sche Anhlei­he­markt kolla­biert. Sie werden es nicht tun, weil die japa­ni­sche Regierung hart­nä­ckig behauptet, daß solch eine präven­tive Abstufung den Markt zusam­men­bre­chen lassen würde. Bewer­tungs­agen­turen in Rußland, Südame­rika und Asien haben wieder­holt ihre Unfä­hig­keit bewiesen, kommende Krisen des Kredit­marktes zu signa­li­sieren, weil sie durch­ge­hend die Ermah­nungen der Regie­rungen beher­zigen, daß es „verant­wor­tungslos” sei, die Inves­toren zu warnen, aus Anlagen zu flüchten, deren Wert kolla­bieren wird. Eine vergleich­bare Sache wird bewußt, wenn Sie Art und Weise über­denken, wie die Bewer­tungs­firmen mit Konzernen wie Enron umge­gangen sind.

Japans Dynamik der Kredite

Japans Regierung ist in einem unent­rinn­baren Schulden-Teufels­kreis aufgrund der Tatsache, daß das nominale BSP mit einer Jahres­rate von etwa 5% fällt. Eine Stabi­li­sie­rung der japa­ni­schen Staatschulden-Quote zum BSP würde erfor­der­lich machen, daß das BSP mit einer Rate wachsen würde, welche dem Zinssatz seiner ausste­henden Schulden, also etwa 1% entspricht. Die Tatsache, daß das nominale BSP mit 5% fällt, bedeutet, daß die japa­ni­sche Schulden-BSP-Quote mit mindes­tens 6% pro Jahr ansteigt, selbst ohne einen plötz­li­chen Bedarf, insol­vente Banken zu reka­pi­ta­li­sieren. Diese Schulden-Quote liegt nun bei 130%, und bei 6% pro Jahr wird sie sich in einem Jahrzehnt verdop­pelt haben. Diese Tatsache allein wird den Kollaps der japa­ni­schen Staats­an­leihen beschleu­nigen, bis die Deflation umgekehrt wird.

Tatsäch­lich aber ist die Schul­den­last der japa­ni­schen Regierung schlimmer als die 130%-Quote der Staats­schulden zum BSP, welche weithin in der Presse berichtet wird. Erstens wird eine zuneh­mende Deflation die Quote noch schneller ansteigen lassen, da die Staats­ein­nahmen schwinden. Zweitens werden die Verpflich­tungen mit Bedingung der Regierung, einschließ­lich ihrer Verant­wor­tung, Bank­kon­ten­in­haber zu schützen, plötzlich kräftig anspringen, sobald die zunehmend warschein­li­chere Krise im Banken­system auftritt.

Jemand hat erwähnt, daß die japa­ni­sche Regierung Anlagen besitzt, die sie verkaufen könne, um ihre Fähigkeit, mit den schweren Verlusten im Banken­system fertig zu werden, zu verbes­sern. Das Problem mit solchen Verkäufen, etwa von regie­rungs­ei­genen Aktien der Japan Tobacco oder NTT (Japa­ni­sche Tele­fon­ge­sell­schaft) ist, daß es den Wert dieser Aktien auf dem Akti­en­markt weiter drückt. Dies ist nur ein weiteres Beispiel der Gefahren einer defla­tio­nären Umwelt, in welcher Aktien, die als Reserve angesehen wurden, nicht länger als Liqui­dit­äs­re­serve funk­tio­nieren, da der Versuch, die Liqui­dität zu reali­sieren, ihren Wert nur noch weiter senkt.

Japans Politiker haben das Stadium erreicht, wo Verlust­mi­ni­mie­rung anstatt einer Selektion unter wünschens­werten Alter­na­tiven die einzige offene Möglich­keit ist. Eine Unfä­hig­keit, die geringst uner­wünschte Möglich­keit zu wählen — präven­tive Reflation — hat die Bank of Japan und die Regierung in einer Regungs­lo­sig­keit einfrieren lassen. Das Ergebnis wird ein Kollaps des Banken­sys­tems sein, welcher eine Woge Anleihen und ohnehin das Neben­pro­dukt Reflation erfor­der­lich macht. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Japans Depression; Amerikas Rezession

Der einzig positive Aspekt an Japans verzwei­felter Lage ist, daß es hilft, einzu­schätzen, wie weit von einer echten Depres­sion die ameri­ka­ni­sche Volks­wirt­schaft ist. Es hat Japan ein Jahrzehnt und eine Reihe von offen­sicht­lich unglaub­li­chen poli­ti­schen Fehlern gekostet, welche schon oft aufge­zählt wurden, um diesen traurigen Zustand zu erreichen, dem es jetzt gegen­über­steht.

Ameri­ka­ni­sche Politiker, die einer unge­wöhn­li­chen und viel­leicht lang andau­ernden Rezession gegen­über­stehen, haben aggressiv reagiert, die Zinssätze gesenkt, die Liqui­dität erhöht und die Steuern gesenkt. Obwohl im Jahr 2002 wohl weitere fiskale Anre­gungen, vor allem in Form von gerin­geren Steu­er­lasten, die sowohl Nachfrage als auch Angebot stimu­lieren würden, nötig sein werden, bleiben solche attrak­tiven Möglich­keiten den ameri­ka­ni­schen Poli­ti­kern offen. Das traurige Beispiel der japa­ni­schen Volks­wirt­schaft erhöht mögli­cher­weise die Warschein­lich­keit, daß solche Möglich­keiten genutzt werden.

Ist die nachgebende US-Wirtschaft in Gefahr, Japans lange und langsame Ohnmacht nachzuahmen?

Dienstag, November 20th, 2001

Von JACOB M. SCHLESINGER und PETER LANDERS
Übersetzt von Kai Hacke­messer

Original aus dem Wall Street Journal kann hier gefunden werden.

Die Entschei­dung der Federal Reserve, ihren Zinssatz auf 2% zu senken, ihre zehnte Zins­sen­kung dieses Jahr, brachte die US-Zentral­bank näher an den Tag heran, wo ihr die Zins­sen­kungs-Munition ausgehen wird. Und das wirft eine erschüt­ternde Frage auf: Könnte die USA den gleichen trost­losen volks­wirt­schaft­li­chen Pfad einschlagen, den Japan ein Jahrzehnt zuvor geschritten ist?

Mit jeder vergan­genen Woche häufen sich die Gemein­sam­keiten. In den Acht­zi­gern wurde Japan als kapi­ta­lis­ti­sche Modell-Volks­wirt­schaft betrachtet; in den Neun­zi­gern hielten die USA diese Auszeich­nung. In beiden Fällen endeten die guten Zeiten mit dem Zerplatzen einer Akti­en­markt-Blase, wenigs­tens teilweise durch eine nervöse Zentral­bank ange­sto­chen. In beiden Fällen erwiesen sich die Vorraus­sagen einer schnellen Kehrt­wende als falsch.

Die über­trie­bene ameri­ka­ni­sche Inves­ti­tion in Glasfaser-Hoch­ge­schwin­dig­keits-Tele­fon­lei­tungen findet ihren Widerhall in Japans Inves­ti­ti­ons­orgie in Spei­cher­bau­stein-Fabriken ein Jahrzehnt zuvor. Die mißliche Lage einer wohl­an­ge­se­henen ameri­ka­ni­schen Firma, Enron Corp. — die zwei Drittel ihres Markt­wertes in nur drei Wochen verloren hat — erinnert an die zuvor unsicht­bare Schwäche, die Japans Zusam­men­bruch für viele Banken dieses Landes vor Augen geführt hat. Selbst das jüngste Gezänk im US-Kongreß, welches beab­sich­tigt, ein Paket an wirt­schafts­sti­mu­lie­renden Maßnahmen scheitern zu lassen, hört sich unheim­lich gleich dem büro­kra­ti­schen und poli­ti­schen Gerangel an, welches deutliche Reformen in Japan durch­kreuzt hat. Und jetzt sieht die US-Währungs­po­litik, die als mäch­tigstes Werkzeug zur Bekämp­fung der Abschwünge der Nation betrachtet wird, zunehmend wie die Japans aus, wo die Zinssätze auf Null gefallen sind. Japan hat ein Jahrzehnt der Stagna­tion ausge­dauert. Könnte das hier passieren? Die meisten Analysten antworten weiterhin mit einem deut­li­chen Nein. Sie heben hervor, daß Japan nicht nur eine Akti­en­markt­blase hat platzen lassen, sondern auch eine Immo­bi­li­en­blase, welche wiederum das japa­ni­sche Banken­system flach­ge­legt hat. Die US-Blase scheint sich auf Aktien zu beschränken, und das ameri­ka­ni­sche Banken­system bleibt stark. Auch die US-Politiker bestehen darauf, klüger zu sein als ihre Japa­ni­schen Gegen­spieler, teilweise, weil sie aus deren Fehlern lernten. Und, fügen sie hinzu, das ameri­ka­ni­sche volks­wirt­schaft­liche und poli­ti­sche System sei flexibler als das Japans und könne schneller notwen­dige Repa­ra­turen durch­führen. (mehr …)

Amerikaner sind Ziel der größten Medien- Gehirnwaschkampagne in der Geschichte

Donnerstag, Oktober 25th, 2001

Von Lonnie Wolfe
Übersetzt von Kai Hacke­messer
Quelle: Rense.com

Execu­tiv­eIn­tel­li­gence Review
www.larouchepub.com
16.10.01

Einleitung: Werden Sie Gehirngewaschen?

Werden Sie gehirn­ge­wa­schen? Was ist mit manchen Ihrer Nachbarn, sind die gehirn­ge­wa­schen? Bevor Sie antworten, lassen Sie uns Ihnen einige einlei­tende Fragen stellen: Glauben Sie, daß die Verei­nigten Staaten am 11. September durch einen Terro­ris­ten­an­griff getroffen wurden? Denken Sie, daß die Leute hinter diesem Angriff „Araber” waren und daß ihr Anführer dieser Osama bin Laden war und von einer Höhle in Afgha­ni­stan aus operierte? Glauben Sie, daß der beste Weg, um Terro­rismus zu stoppen, der ist, sie schwer zu schlagen, sie in ihren „Basen” an Orten wie Afgha­ni­stan zu schlagen und die Nationen, die sie fördern könnten, zu schlagen, etwa den Irak?

Und was ist mit der Wirt­schaft? Denken Sie, daß der neueste Sturz der Börse und die Schwäche in der Wirt­schaft durch die Angriffe vom 11. September verur­sacht worden seien? Nun, wenn Sie auf eine dieser Fragen mit „Ja” antwor­teten, werden Sie vermut­lich gehirn­ge­wa­schen sein! Wenn Sie auf mehr als eine mit „Ja” antwor­teten, sind Sie definitiv ein „Verlo­rener”.

Aber”, antworten Sie, „ist das nicht, was die meisten Leute denken? Würden diese die Fragen nicht auf die gleiche Weise beant­worten wie ich?” Nun, die Antwort ist ja. Aber wir würden Sie darauf aufmerksam machen: Gerade weil die Mehrheit der Leute etwas für WAHR ansehen könnte, muß es nicht zutref­fend sein. Alles, was es bedeutet, ist, daß Sie und die meisten Ihrer Nachbarn unter einem Massen­wahn leiden — oder, einfacher ausge­drückt: SIE WERDEN GEHIRNGEWASCHEN. Also ist die wahre Frage, wie konnte Ihnen das geschehen? Wie kamen Sie zu dem Glauben, daß jene Aussagen in den obigen Fragen zutref­fend sein mögen? „Na ja, Ich hörte ich es auf …, ich sah es auf …, nun, ich las es in …”

Sie brauchen sich nicht die Mühe machen, die Sätze zu vervoll­stän­digen; wir können es für Sie tun: Ihnen und Ihren Nachbarn wurde die „Wahrheit” durch die Massen­me­dien mitge­teilt. Die ameri­ka­ni­schen „Nachrichten„medien, die stolz darauf sind, sich „frei” zu nennen, und sich auf die Schulter klopfen für die wunder­bare Arbeit, die sie während und nach dem 11. September geleistet haben, sind die größte, kost­spie­ligste Massen-Gehirn­wasch­ma­schine, die je in der mensch­li­chen Geschichte zusam­men­ge­baut wurde. Es ist eine Maschine, die so voll­ständig die fast 300 Millionen Ameri­kaner gehirn­wäscht, dass der berüch­tigte Nazi- Propa­gan­da­mi­nister Josef Goebbels neidisch sein würde.

Hier sind hier die wesent­li­chen Tatsachen dessen, was am 11. September geschah: Laut dem demo­kra­ti­schen Präsi­dent­schafts-Vorbe­werber Lyndon LaRouche, dessen Einschät­zung in diesem Land und rund um die Welt von vielen kompe­tenten Fach­leuten für Terro­rismus und unge­wöhn­liche Kriegs­füh­rung geteilt wird, war das, was statt­ge­funden hat, kein Terro­ris­ten­an­griff, sondern eine stra­te­gi­sche, verdeckte Operation, so arran­giert, dass es den Anschein eines „Terroristen”-Angriffs habe. Herr LaRouche und andere stimmen darin überein, dass aufgrund der Auswei­tung und des Umfangs der Verschleie­rung und Irre­füh­rung, welche folgten, solch eine Operation weder durch irgend­welche arabi­schen Terro­ris­ten­zellen oder -netzwerke noch durch einen arabi­schen oder nahöst­li­chen Staat noch durch irgend­eine Kombi­na­tion oben genannter orga­ni­siert worden sein kann; sie mußte von innerhalb der Verei­nigten Staaten unter Teilnahme und Duldung eines Gauner­netz­werks zwischen den anglo­ame­ri­ka­ni­schen Geheim­dienst- und Mili­tä­resta­blish­ments orga­ni­siert worden sein.

Wie bei jeder verdeckten Operation gibt es einen Bestand­teil der psycho­lo­gi­schen Kriegs­füh­rung, zum Zweck, seine Wirk­sam­keit gegen den anvi­sierten Feind zu maxi­mieren, um diesen Feind zu verwirren und ihn irre­zu­leiten. Im Fall des Angriffes vom 11. September ist der anvi­sierte Feind die BEVÖLKERUNG DER USA UND SEINE KONSTITUTIONELLE STAATSFORM. Der „Psychokrieg”-Bestandteil der Operation wird durch die ameri­ka­ni­sche Medien-Maschi­nerie mit der Absicht durch­ge­führt, das ameri­ka­ni­sche Volk gehirn­zu­wa­schen, DEN FORTDAUERNDEN STAATSSTREICH GEGEN UNSERE KONSTITUTIONELLE STAATSFORM HINZUNEHMEN. Bedeutet dies, daß die Direk­toren des Massen­me­dien der USA in die Operation mitein­be­zogen wurden? Nein, so läuft es nicht. Wie EIR 1997 in einem Sonder­be­richt erklärte und doku­men­tierte, sind die Medien der USA durch das Anglo­ame­ri­ka­ni­sche Esta­blish­ment kontrol­liert und arbeiten als Kartell. Als solches dient es routi­ne­mäßig den Inter­essen dieses Esta­blish­ments und berichtet, über was es möchte und unter­drückt, was es nicht zu berichten wünscht; oder verdreht Berichte, um die Wirk­lich­keit zu verbergen. So könnte die Leistung der Medien vor, während und nach dem 11. September von jenen vorweg­ver­kauft worden sein, welche die Operation planten, um so ein Anteil davon zu werden; es war bloß nötig, bestimmte „PsyOps”-Inhalte in diese Gehirn­wasch-Medi­en­ma­schi­nerie einzu­bringen, damit diese mit den gewünschten Wirkungen auf Sie und Ihre Nachbarn weit und weit verbreitet werden kann.
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Die Wolfowitz-Verschwörung

Dienstag, Oktober 16th, 2001

Am 14. Oktober veröf­fent­lichte der London Observer eine der nun geläu­figen — und völlig falschen — US-Propa­ganda-Schreck­ge­schichte mit dem Titel „Der Irak steckt hinter den Anthrax-Ausbrü­chen.” Der Bericht schenkte dem irren Gerede der „ameri­ka­ni­schen Falken” Glauben, welche sagen, daß es „einen wach­senden Haufen Beweise gibt, daß der irakische Präsident Saddam Hussein mit den Flug­zeug­ent­füh­rungen vom 11. September — viel­leicht indirekt — verwi­ckelt sei. Wenn sich dies bestä­tigen würde”, meinte der Observer, „dann würde der sich aufbau­ende Druck … für einen Angriff (auf den Irak) unwi­der­steh­lich werden.” Einer dieser „Falken”, ein unbe­nannter „Regie­rungs­an­ge­stellter” der USA, berich­tete dem Observer, daß der britische Premier­mi­nister Tony Blair ein „treuer Verbün­deter” im Krieg gegen den Terro­rismus sei und „wenn es bedeuten würde, daß wir den nächsten Hundert­jäh­rigen Krieg beginnen würden, dann ist dies halt so.

Der „nächste Hundert­jäh­rige Krieg”? Wer sind diese verrückten Ameri­kaner, die derartig sprechen, und sind sie nicht genauso gefähr­lich wie der Jihad des Osama bin Laden?

Hier werden wir die Namen der Fanatiker in dieser Anti-Irak-Grup­pie­rung nennen, die als die „Wolfowitz-Verschwö­rung” bekannt wurden, benannt nach dem Stell­ver­tre­tenden Vertei­di­gungs­mi­nister der USA, Paul Wolfowitz. Der New York Times zufolge, welche durch­ge­si­ckerte Infor­ma­tionen über deren Akti­vi­täten vom 12. Oktober veröf­fent­lichte, will diese Grup­pie­rung einen unver­züg­li­chen Krieg gegen den Irak, im Glauben, daß die Bombar­die­rung von Afgha­ni­stan, welches längst ein ausge­laugtes Ödland ist, keines­falls einem globalen Krieg entspricht, den sie erhoffen. Aber der Irak ist nur ein weiterer Tritt­stein, um den Anti-Terroristen-„Krieg” in einen ausge­wach­senen „Clash of Civi­li­za­tions” umzu­wan­deln, in welchem der Islam zum neuen „Feindbild” des neuen „Kalten Krieges” wird.

Die Theorie hinter dem „Clash of Civi­li­za­tions”, entwi­ckelt vom Berater für nationale Sicher­heit des Präsi­denten Jimmy Carter, Zbigniew Brze­zinski und seinen Schütz­lingen einschließ­lich dem Harvard-Professor Samuel Huntington, definiert die arabische und isla­mi­sche Welt als einen „arc of crisis”, einen „Bogen der Gefahr” aus dem Mittlerem Osten über die isla­mi­schen Länder Zentral­asiens in die damalige Sowjet­union. Brze­zinski wollte die „isla­mi­sche Karte” gegen die Sowjet­union ausspielen, und dadurch begann die Politik, isla­mi­sche Funda­men­ta­listen gegen moderate und pro-westliche arabische und isla­mi­sche Regie­rungen zu fördern. Nach dem Ende des kalten Krieges aktua­li­sierte der Haufen von Brzezinski/Huntington ihren „Bogen der Gefahr”, indem sie erklärten, daß die isla­mi­sche Religion in einem neuen Krieg der Feind sei, in welchem Reli­gionen statt poli­ti­scher Systeme sich unaus­weich­lich bekämpfen würden.

Jeden­falls wurden jene terro­ris­ti­schen Drogen­schmuggler der isla­mi­schen Welt, welche durch Brze­zinski lanciert und von den Iran-Contra-Netz­werken unter der Kontrolle des Oberst­leut­nant Oliver North aufgrund der Executive Order 12333 des George Bush Sen. „adoptiert” wurden — trainiert von briti­schen und ameri­ka­ni­schen Sonder­ge­heim­diensten und dem CIA, ausge­rüstet durch israe­li­sche Mili­tär­netz­werke — die Haupt­ver­däch­tigen in den terro­ris­ti­schen Angriffen auf die Verei­nigten Staaten.

Ein Netzwerk durchdringt die Regierung

Die Anhänger der soge­nannten „Wolfowitz-Verschwö­rung”, welche die Theorie vom „Clash of Civi­li­za­tions” verfolgen, sind nichts gerin­geres als „ein innerer Feind” in den USA, ein Netzwerk, welches das Vertei­di­gungs­mi­nis­te­rium, das Außen­mi­nis­te­rium, das Weiße Haus und den Natio­nalen Sicher­heitsrat verknüpft. Der Bericht soll keine „Gute Jungs gegen Böse Jungs”-Beschreibung der Bush-Regierung sein; eher ist es eine Warnung, daß diese Verschwö­rung eine eng verfloch­tenes Gauner­netz­werk ist, welches versucht, die US-Politik zu über­nehmen und die momentane afgha­ni­sche Unordnung in einen Weltkrieg ausarten zu lassen. Die Verschwö­rung trägt die gefähr­liche Ähnlich­keit einer „geheimen Paral­lel­re­gie­rung” der „Projekt Demokratie”-Operation von Oberst­leut­nant North und General Richard Secord, welche Iran-Contra steuerte. Tatsäch­lich sind einige der Verschwö­rungs­mit­glieder in der jetzigen Bushre­gie­rung verur­teilte Krimi­nelle aufgrund ihrer Akti­vi­täten in dem „Unter­nehmen” des Herrn North!

Am 12. Oktober enthüllte die New York Times tiefe Meinungs­ver­schie­den­heiten in der Bush-Regierung, beschrieb, wie die Verschwö­rung hinter dem Rücken der Beamten des Kabinetts wie dem Außen­mi­nister Amerikas, Colin Powel, im Namen der US-Regierung Politik betreibt. Die Gruppe möchte den Irak auslö­schen, den Paläs­ti­nen­ser­prä­si­denten Arafat und die Paläs­ti­nen­ser­re­gie­rung auf die Terro­ris­ten­liste setzen (wenn nicht gleich auf die Nach­rufs­seite) und den Natio­nal­staaten Krieg erklären.

Die Times enthüllte, daß eine Schlüs­sel­gruppe der „Wolfowitz-Verschwö­rung” die 18 Mitglieder umfas­sende Rat für Vertei­di­gungs­po­litik sei, welcher sich für 19 Stunden zusam­men­setzte, um am 19./20. September „Prozeß zu machen” gegen Saddam Hussein. Das Treffen drängte nach einem neuer­li­chen Krieg gegen den Irak, sobald der Krieg gegen Afgha­ni­stan seine Anfangs­phase abge­schlossen habe. Er disku­tierte den Sturz von Saddam Hussein, die Auftei­lung des Irak in Mini­staaten, die von US-finan­zierten Dissi­denten geleitet würden, welche die Gewinne aus den Basra-Ölvor­kommen für ihre kolla­bo­rie­rende Regierung stehlen würden. Das Treffen disku­tierte, wie man die Infor­ma­tionen so mani­pu­lieren könne, daß man die Angriffe des 11. Septem­bers auf Saddam Hussein schieben könne.

Der Times zufolge nahm Vertei­di­gungs­mi­nister Donald Rumsfeld an beiden Tagen nur teilweise teil, und am 22. September wies Präsident George Bush die Empfeh­lung des Rates zurück, (so früh) den Krieg gegen den Irak zu erklären. Aber für die „Wolfowitz-Verschwö­rung” zählt die Entschei­dung von Herrn Bush nicht wirklich — Kern­mit­glieder des Politik-Rates sind wegen ihrer breiten inter­na­tio­nalen Verbin­dungen vor allem zum Verei­nigten König­reich und Israel ausge­wählt worden, was ihnen erlaubt, Ände­rungen in der US-Politik mittels einer „Außen-Innen”-Operation durch­zu­setzen. Wenn man nicht in der Lage ist, Politik durch Werbung zu ändern, kann das Netzwerk durchaus auch verdeckte Opera­tionen als eine „Regierung in der Regierung” durch­führen, wie sie es auch während Iran-Contra getan hat.

Der Vorsit­zende des Rates für Vertei­di­gungs­po­litik ist Richard Perle, ein früher Stell­ver­tre­tender Vertei­di­gungs­mi­nister für inter­na­tio­nale Sicher­heits­an­ge­le­gen­heiten unter Reagan, nun beim neokon­ser­va­tiven American Enter­prise Institute.

Perle, dessen Spitzname „Fürst der Fins­ternis” wegen seiner nuklearen Arma­geddon-Ansichten während des Kalten Krieges ist, ist, was viel wichtiger ist, ein Mitar­beiter von Conrad Black’s Hollinger Inter­na­tional Inc., welche den Bemü­hungen des Sicher­heits­ko­or­di­na­tors des Briti­schen Empires William Stephen­sons entsprungen ist, Waffen für England während dem Zweiten Weltkrieg zu sichern. Gegen­wärtig besitzt Hollinger die mit der briti­schen Tory-Partei verknüpfte Telegraph PLC, deren inter­na­tio­naler Bera­tungs­aus­schuß von der früheren briti­schen Premier­mi­nis­terin, Lady Magaret Thatcher geleitet wird. Hollinger besitzt ebenfalls die Jerusalem Post, ein weiterer kriegs­gei­fernder Pres­se­ausguß.

Die „Hart­schläger” im Vertei­di­gungs­po­litik-Rat sind die schlimmsten der anglo­ame­ri­ka­nisch-israe­li­schen geopo­li­ti­schen Fanatiker der letzten Jahr­zehnte, einschließ­lich: dem früheren Außen­mi­nister Henry A. Kissinger, der auch ein Mitglied von Hollin­gers Inter­na­tio­nalem Bera­tungs­aus­schuß ist; dem früheren Sprecher des Weißen Hauses Newt Gingrich; dem früheren Direktor der CIA unter Clinton, R. James Woolsey; dem früheren stell­ver­tre­tenden Vorsit­zenden der Ober­be­fehls­haber der Heere Admiral David E. Jeremiah; dem früheren Vize­prä­si­dent Dan Quale; dem früheren Vertei­di­gungs- und Ener­gie­mi­nister James R. Schle­singer und dem früheren Vertei­di­gungs­mi­nister unter Präsident Carter Harold Brown.

Obwohl Perle erst vor kurzem zum Vorsit­zenden des Rates für Vertei­di­gungs­po­litik ernannt wurde, waren er und Wolfowitz für mehr als zwanzig Jahre Kolla­bo­ra­teure als einfluß­ha­bende Agenten der rechts­ge­rich­teten israe­li­schen Kriegs­par­teien. 1985, als klar wurde, daß Jonathan Jay Pollard, ein in diesem Jahr der Spionage über­führten Ameri­kaner beim Stehlen von solch hoch­ge­heimen USA-Geheim­nissen für Israel, um sie der Sowjet­union zu verkaufen, nicht allein gear­beitet haben kann, berich­teten Geheim­dienstan­ge­stellte höchsten Ranges der EIR, daß ein gesamtes „X-Kommittee” an höchst­ran­gigen US-Beamten unter­sucht werde. Wolfowitz und Perle waren auf der Liste der Verdäch­tigen des „X-Kommit­tees”, und die Spionage Israels gegen die Verei­nigten Staaten waren derartig heftig, daß die Ermittler EIR berich­teten, daß sie „nicht nur Maulwürfe sondern regel­rechte Maul­wurfs­haufen” gefunden haben. Pollard und seine israe­li­schen Vertei­diger behaup­teten später, daß Pollard gegen die USA spio­nieren „mußte”, weil die Ameri­kaner zu sanft mit dem Irak und anderen arabi­schen Ländern umsprangen.

Die „Wolfowitz-Verschwö­rung” ist dazu bestimmt, die Verei­nigten Staaten in Richtung der gefähr­lichsten israe­li­schen Rechts­au­ßen­po­litik zu drängen einschließ­lich einem möglichen israe­li­schen Nukle­ar­an­griffs auf einen arabi­schen Staat. Sie sind die Durch­führer genau jenes Szenarios der „Ausein­an­der­bre­chenden Allianz”, vor welcher Lyndon LaRouche in seiner Stel­lung­nahme vom 12. Oktober warnte.

Plan B: Mit dem Hund wedeln

Die „Wolfowitz-Verschwö­rung” ist darauf aus, jegliches Potential für einen Mittel­öst­li­chen Frieden zu zerstören und ist dazu bestimmt, die eura­si­sche Wirt­schafts­ent­wick­lung zu behindern, welche sich um die Koope­ra­tion zwischen Europa, Rußland und China konzen­triert Nachdem Rück­schlag nach der Mara­thon­sit­zung des Vertei­di­gungs­po­litik-Rats, setzte die Wolfowitz-Verschwö­rung verschie­dene Opera­tionen in Bewegung, um Propa­gan­da­ge­schichten, gefälschte Berichte der US-Politik zu verbreiten, und andere Manöver, wodurch sozusagen „der Schwanz mit dem Hund wedelt”. Nicht geneh­migte Stel­lung­nahmen werden von den Verschwö­rern gemacht, Inter­views, welche die US-Politik falsch darstellen, werden rund um die Welt verbreitet, und Geheim­dienst­be­richte werden geändert oder herge­stellt, um die poli­ti­schen Ziele näher­zu­bringen.

Das Muster wird klar und deutlich.

In einem ersten derar­tigen Vorgehen kurz nach den Angriffen vom 11. September erklärte Wolfowitz, daß die Verei­nigten Staaten „staats­ge­stützten Terro­rismus beenden” würden und bestand darauf, daß nach dem Prinzip der Selbst­ver­tei­di­gung die Verei­nigten Staaten allein handeln dürfen, ohne die Vereinten Nationen oder eine Koope­ra­tion mit anderen Ländern. Er wollte die „Doktrin” etablieren, daß die Verei­nigten Staaten „egal wo und zu welcher Zeit” ein Land aufgrund geheimer Beweise angreifen könnten. Aber Wolfowitz wurde in einer deutlich sicht­baren Unstim­mig­keit mit dem Weißen Haus gezwungen, diese Aussage zurück­zu­nehmen. Einige Tage später bremsten die NATO-Verbün­deten im Haupt­quar­tier in Brüssel Wolfowitz und lehnten es bei einem Treffen, in welchem Wolfowitz die Bush-Regierung vertrat, ab, die Koope­ra­tion mit den Verei­nigten Staaten unter NATO-Abkommen formell zu bekräf­tigen.

In derselben Laune versuchte die Verschwö­rung am 7. Oktober, dem Tag, als die Afgha­ni­stan-Bombar­die­rung begann, einen Keil zwischen die Verei­nigten Staaten und den UN-Sicher­heitsrat, vor allem Rußland und China zu treiben, indem sie den Text eines Briefes des US-Botschaf­ters für die UN John D. Negro­ponte änderten — ein ständiger Insider in der Iran-Contra-Operation, welcher beschul­digt wurde, in den 80ern mit Drogen-verbun­denen mili­tä­ri­schen Todes­schwa­dronen in Honduras kolla­bo­riert zu haben. Die Önde­rungen wurden ohne Kenntnis des Vorge­setzten von Negro­ponte, dem Außen­mi­nister Powell gemacht.

Im Brief zitierte Negro­ponte den soge­nannten Ausrut­scher von Wolfowitz und schrieb „Wir könnten heraus­finden, daß unsere Selbst­ver­tei­di­gung weiter­ge­hende Hand­lungen bezüglich anderer Orga­ni­sa­tionen und Staaten erfor­der­lich macht.” Die Aussage zielt implizit auf den Irak, Syrien und den Sudan, alles Länder, die auf der Staa­ten­liste des Außen­mi­nis­te­riums stehen, welche Terro­rismus unter­stützen. Die Aussage verletzt Verspre­chen, welche die USA gegeben haben, daß sie die „Koalitions”-Handlungen darauf beschränken, die Angriffe vom 11. September zu vergelten. Wie berichtet wurde, soll Powell, als er von dieser Aussage aus der Presse erfahren hat, „an die Decke gegangen sein”. Die Einfügung wurde von Stephen J. Hadley entworfen, welcher stell­ver­tre­tender Berater für den natio­nalen Sicher­heitsrat ist. Dieser Stunt könnte beim Treffen des Rates für Vertei­di­gungs­po­litik geplant worden sein.

Dann ist da der Fall vom früheren CIA-Direktor James Woolsey, dessen defi­nierte Rolle als Mitglied des Poli­tikrates es ist, am öffent­lichsten den Sturz von Saddam Hussein zu fordern. Die Zeitungs­kette Knight-Ridder berich­tete am 11. Oktober, daß Woolsey im vorigen Monat dazu auto­ri­siert wurde, mit einem US-Regie­rungs­flug­zeug nach London zu fliegen, auf geheimer Mission in Beglei­tung von Beamten des Justiz- und Vertei­di­gungs­mi­nis­te­rium Beweise zu sammeln, die Saddam Hussein mit den Angriffen vom 11.September verbinden. In einer Pres­se­kon­fe­renz vom 18. September von Defense Week rief Woolsey nach einer „Flug- und Fahrt­ver­bots­zone” im Norden und Süden des Irak, damit die Kurden bzw. die Shi’iten besser Saddam bekämpfen können. „Das Schlag­wort des Tages”, meinte Woolsey, ist „Es sind die Regime, Trottel!” Seit dem Anthrax-Tod vom Bob Stevens am 5. Oktober, dem Foto­re­dak­teur der Sun, wurde Woolsey zum weltweit führenden Finger­zeiger auf Saddam als Mann hinter der Anthrax-Attacken. Seine soge­nannten Beweise sind veraltet, vorur­teils­be­haftet und voll­ständig unver­läß­lich.

Es ist kein Zufall, daß Woolsey im letzten Jahr eine promi­nente Rolle — als CIA-Direktor — im Szenario 1999/2000 des New Yorker Rates für auswär­tige Ange­le­gen­heiten (CFR, Council on Foreign Relations) gespielt hatte, „Die nächste Finanz­krise: Warn­zei­chen, Scha­dens­kon­trolle und Auswir­kungen”, welcher einen virtu­ellen Mili­tär­putsch ausge­ar­beitet hatte, welcher einer kombi­nierten Finanz­krise und Terro­ris­ten­at­tacke auf den Fuß folgen würde. Im Kriegs­spiel des CFR würde der US-Präsident von der Bild­fläche verschwinden. was das Land unter der Kontrolle der Krisen­ma­nage­ment-Diktatur zurück­lassen würde.

Ebenfalls nach London entsendet, um für einen „rollenden Krieg”, der Afgha­ni­stan, dann den Irak, und dann Land für Land, bis die Rache voll­bracht wurde, Propa­ganda zu machen, ist das befreun­dete Mitglied des Politik-Rates Newt Gingrich. In einem Gespräch mit der London Times, die dem briti­schen Israel-Top-Propa­gan­disten Rupert Murdoch gehört, sagte Gingrich, daß die Verei­nigten Staaten „im Krieg” liegen mit dem „orga­ni­sierten, syste­ma­tisch ausge­brei­teten Terro­rismus, gefördert durch Natio­nal­staaten”. Er meinte, daß der Beschuß der afgha­ni­schen Taliban ohne das Bezwingen des Irak „vergleichbar damit wäre, das imperiale Japan zu bezwingen, aber die Nazis in Ruhe zu lassen.” Gingrich drohte, daß Länder, die entschieden, nicht koope­rativ gegen den Terro­rismus zu sein, den Konse­quenzen gegen­über­stehen müssen: „Die USA und die Koali­ti­ons­kräfte werden euren eigenen Völkern beistehen, euch zu besei­tigen.”

Indem er das Tempo für sein Team vorgibt, war Perle zusammen mit dem Neokon­ser­va­tiven William Kristol der verbin­dende Initiator bei einem offenen Brief an Präsident Bush in der von Rupert Murdoch finan­zierten Weekly Standard, welcher, obwohl er den Präsi­denten im Krieg gegen den Terro­rismus begeis­tert unter­stützte, tatsäch­lich ein Ultimatum war, um einen „Clash of Civi­li­za­tions”, dreis­sig­jäh­rigen Krieg im mittleren Osten zu unter­stützen. Unter den nicht vertret­baren Forde­rungen, die in diesem Brief vorge­tragen wurden, war der Sturz von Saddam Hussein, „selbst wenn die Beweise den Irak nicht direkt mit dem Angriff (vom 11. September) in Verbin­dung bringen.”

Es gibt keinen Zweifel, daß das Duo Wolfowitz/Perle am Kern des Netz­werkes sind, welches Israel im „Szenario wegfal­lender Verbün­deter” benutzen kann. Tatsäch­lich ist Wolfowitz eine der großen Hoff­nungen der rechts­ex­tremen in Israel einschließ­lich der radiaklen Sied­ler­be­we­gung, wo man die Ermordung Arafats und die Vertrei­bung aller Paläs­ti­nenser aus den besetzten Gebieten fordert. Aber Wolfowitz und Perle sind keine „israe­li­schen Agenten”. Eher sind sie die Unter­nehmer zweiter Gene­ra­tion, die beide von Albert Wohl­stetter von der RAND Corp. ausge­bildet wurden, einem früheren Trotzki-Kommu­nisten, der nun Nukle­ar­stra­tege ist. Genauso wenig sind die verschwö­re­ri­schen kriegs­trei­be­ri­schen Mili­ta­risten „Sieben Tage im Mai”.

Richard Armitage, General Wayne Downing, Richard Clarke und Elliott Abrams sind ebenso schwer in dieser Verschwö­rung verwi­ckelt.