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Was die Welt (noch) zusammenhält

Freitag, Oktober 8th, 2004

ein Beitrag aus Das Gelbe Forum

Geschrieben von „Morricone“ am 07. Oktober 2004

Beginnen wir heute. Was die Welt heute zusammenhält ist eine Medien- und Wissenschaftsgläubigkeit, die fast alle Menschen durchdringt. Die meisten gehen einer abhängigen Tätigkeit nach, oder sie werden von anderen Menschen und Firmen fremdbestimmt (dazu zählen auch Unternehmer).

Wie kommen Menschen dazu, etwas zu für richtig, wichtig und relevant zu halten? Hier sollten wir sagen, daß nur 5 Prozent aller Nachrichten (AP, AFP, Reuters, DPA, etc.) überhaupt in Zeitungen oder im Fernsehen ihren Niederschlag finden. Selbst wenn die ganzen hundert Prozent Nachrichten verbreitet würden, fallen immer noch diejenigen heraus, die die Nachrichtenagenturen erst gar nicht anbieten und dieses Nachrichtenvolumen übersteigt bei weitem jenes, was sie den Medien verkaufen wollen. Wir bekommen demnach vielleicht 0,001 Prozent der Nachrichten, die Journalisten nämlich für wichtig erachten, zur Speise vorgesetzt. Das heißt also, führen wir als Beifahrer eine angenommene Strecke von 500 Kilometern, daß wir fünfmal für eine Millisekunde die Augen öffnen dürften. Was haben wir nach der Fahrt für einen Eindruck von der Strecke bekommen? Wahrscheinlich fast gar nichts. Leider wird diese spärliche Nachrichtenkost durch viele weitere Journalisten verwässert und verfälscht. Je nachdem, welche Gesinnung der betreffende Journalist gerade hegt, wird die Nachricht in „seinem“ Medium umgeschrieben, umgedeutet und mitunter stark vereinfacht. Aus dieser Speise meinen die meisten Menschen ihre Wirklichkeitsvorstellung der Welt beziehen zu können. Mehr noch: sie glauben diese Wirklichkeitsvorstellung sei die Welt in der sie leben an und für sich. Wir wissen ja soviel. Wir sehen den amerikanischen Präsidenten im Weißen Haus, tote Geiseln in Schulen und Theatern, Fußballspiele live im Fernsehen, wir haben das World Trade Center – ebenfalls live – einstürzen sehen, und zerstörte Häuser im Irak. Wir wissen Bescheid. Wir sehen Aktienkurse und Breaking News auf unseren Computermonitoren. Ja, wir sind immer auf Ball- und ´Bild´höhe. Uns macht keiner etwas vor. Und das seit siebzig, mindestens aber seit fünfzig Jahren. So der mehr als fatale Irrglaube der Menschen.
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