Posts Tagged ‘Umerziehung’

Was bedeutet die deutsche Kapitulation 1945?

Samstag, Mai 8th, 2010

Ein Vortrag von Hans-Joachim von Leesen, gefunden auf http://www.paukenschlag.org

Leesen Vor einigen Jahren besuchte ich die Seelower Höhen, jenes Gebiet etwa 60 km östlich von Berlin, in dem die deutschen Truppen im April 1945 den endgül­tigen und entschei­denden Durch­bruch der Roten Armee zur Reichs­haupt­stadt verhin­dern oder zumindest aufhalten wollten.

Dieses Gebiet, das sich 40 m über dem Urstromtal der Oder erhebt, wurde von den zusam­men­ge­rafften Resten zerschla­gener Einheiten des Heeres und der Waffen-SS, der Luftwaffe, der Marine und des Reichs­ar­beits­dienstes vertei­digt.

Mit ihnen zusammen hatten sich Volks­sturm­ein­heiten, Panzer­jagd­bri­gaden der Hitler-Jugend, nieder­län­di­sche, wallo­ni­sche, flämische, lettische, norwe­gi­sche und dänische Waffen-SS-Soldaten noch einmal einge­graben in der Hoffnung, die vielfach über­le­gene Sowjet­armee daran zu hindern, den kriegs­ent­schei­denden Stoß auf die deutsche Haupt­stadt zu führen.

Natürlich wussten sie alle, dass der Krieg für Deutsch­land nicht mehr zu gewinnen war. Trotzdem über­trafen der Kamp­fes­wille und die Wider­stands­fä­hig­keit der deutschen Soldaten bei weitem das von den sowje­ti­schen Angrei­fern erwartete Maß. Während die Rote Armee geplant hatte, am Abend des 1. Angriffs­tages, das war der 16. April, die deutschen Vertei­di­gungs­li­nien durch­bra­chen zu haben, mussten sie vier Tage lang erbittert kämpfen, bis der Durch­bruch gelungen war und Berlin nahezu wehrlos vor Stalins Truppen lag.

In der sowje­ti­schen mili­tä­ri­schen Literatur kann man lesen, mit welchem Mut die Vertei­diger kämpften. Marschall Tschuikow, Befehls­haber der 8. Garde­armee, schildert, wie vor allem die Panzer­jagd­bri­gaden der Hitler-Jugend immer wieder die durch­zu­bre­chen drohenden Sowjet­truppen angriffen, wie sie Panzer abschossen, sich mit der Infan­terie schlugen, bis die Übermacht sie überrollt hatte. Marschall Konjew, Ober­be­fehls­haber der 1. ukrai­ni­schen Front, schrieb in seinen Memoiren in dem Kapitel „Das Jahr 1945“ wörtlich:

Wie eh und je schlug sich der deutsche Soldat tapfer und zeichnete sich vor allem in der Vertei­di­gung durch geradezu fana­ti­sche Stand­haf­tig­keit aus.“

Hier, auf den Seelower Höhen, dem größten Schlacht­feld des Zweiten Welt­krieges auf deutschem Boden, wurde mir so deutlich wie nie zuvor, wie zwei­fel­haft es ist, das Ende des Zweiten Welt­krieges als die „Befreiung“ zu bezeichnen. Wenn es eine Befreiung gewesen wäre, dann kann ich mir nicht erklären, dass dieje­nigen, die „befreit“ werden sollten und die darüber doch eigent­lich hätten froh sein müssen, sich mit solcher Verbis­sen­heit gegen die angeb­li­chen „Befreier“ wehrten.
(mehr …)