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Gold — Auf dem gelben Ziegelsteinweg?

Dienstag, Oktober 20th, 2015

Artikel von Nicole Foss

Zuerst veröf­fent­licht in englisch am 11.09.2015 auf TheAutomaticEarth.com unter dem Titel „Gold – Follow the Yellow Brick Road?

Vor dem Hinter­grund des sich rasch ausbrei­tenden Vertrau­ens­ver­lusts und der konse­quenten Umstel­lung auf Deflation mit fallenden Preisen auf ganzer Front als Folge ist es ange­bracht, unsere Position bei Gold zu über­prüfen. Das gelbe Metall wird oft als Allheil­mittel angesehen — der sichere Hafen als Schutz vor allen Arten von möglichen finan­zi­ellen Störungen. Es ist seit langem unsere Position bei The Automatic Earth, dass dies eine viel zu verein­fachte Sicht­weise ist. Wir leben in einer komplexen Welt, für die es keine einfachen, eindi­men­sio­nalen Lösungen gibt. Es ist wichtig, zwischen den Märkten für Papier­gold und physi­schem Gold zu unter­scheiden und um die Risiken des Gold­be­sitzes zu verstehen um damit umgehen zu können. Wie wir schon damals, 2009, schrieben:

Zum einen haben die Goldbugs recht, dass physi­sches Gold echtes Geld ist (im Gegensatz zu Papier­gold, das nur ein weiteres Schnee­ball-System ist). Es hat seinen Wert für Tausende Jahre erhalten und wird dies auch weiterhin lang­fristig tun. Doch das bedeutet nicht, dass der Goldpreis nicht fallen könnte oder dass jetzt der Goldkauf der rechte Weg für alle sei, um ihr Kapital zu erhalten… Die Lebens­um­stände der Menschen sind unter­schied­lich, und diese Umstände bestimmen ihre Hand­lungs­frei­heit, sowohl jetzt als auch in der Zukunft.

Blasendynamik

Unserer Ansicht nach ist (Papier-) Gold in einer Blase, die im Jahre 2011 ihren Höhepunkt erreicht hat, zusammen mit dem Rest des Rohstoff­kom­plexes. Es wurde der gleichen Dynamik wie andere Rohstoffe ausge­setzt, die kollektiv den Kontakt zu ihren eigenen Funda­men­tal­daten verloren haben, je mehr sie über­fi­nan­zia­li­siert wurden. Finan­zia­li­sie­rung treibt die Dynamiken in eine virtuelle Welt und setzt sie gleich­zeitig perver­tierten Anreizen aus. Die Folge sind erheb­liche Kurs­be­we­gungen, die im besten Fall eine dünne Verbin­dung zu tatsäch­li­cher Nachfrage und Angebot haben.

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