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Interview mit Dr. Kurt Richebacher

Donnerstag, Januar 2nd, 2003

24. Dezember 2002

Über­set­zung von Kai Hacke­messer

Quelle: http://www.investmentrarities.com/weeklycommentary.html

Vorwort

Dr. Kurt Riche­ba­cher hat eine unheim­liche Fähigkeit demons­triert, zukünf­tige wirt­schaft­liche Probleme zu iden­ti­fi­zieren. Der frühere Chef­volks­wirt der Dresdner Bank warnte vor der Rezession und dem NASDAQ-Crash Monate, bevor es geschah. Er sagte den Zusam­men­bruch der asia­ti­schen Tieger­s­taten 1998 voraus und lies lange vor Enron die Alarm­si­renen ertönen, was die Tricks um die Unter­neh­mens­ge­winne anging. Als beinahe jeder sich einer V-förmigen Erholung sicher war, behaup­tete er, daß dies unmöglich sei.

Als Meister der klas­si­schen Volks­wirt­schaft und viel­leicht der beste analy­ti­sche volks­wirt­schaft­liche Denker der heutigen Welt schreibt Dr. Riche­ba­cher einen monat­li­chen Rundbrief, den „Riche­ba­cher-Brief”. Bei seinem beein­dru­ckenden Rekord genauer Warnungen und Voraus­sagen ange­sichts der meist einstim­migen Oppo­si­tion aus Esta­blish­ment-Volks­wirt­schaften denken wir, daß das folgende Interview mit voller Konzen­tra­tion und Kombi­na­ti­ons­fä­hig­keit gelesen werden sollte.

Damals im März’97 warnten Sie, daß ernste Probleme die schwer verschul­dete Wunder­wirt­schaft im Fernen Osten bedrohen. Warum hatten Sie dieses Problem ins Licht gerückt?

Ihr Boom war kredit­in­du­ziert. Sie gerieten schwer in Schulden, um exzessiv zu bauen.

Die gleiche alte Geschichte?

Ja, Abge­zo­gene Gelder und Kredit­wachstum und die typischen Symptome von sich über­hit­zenden Volks­wirt­schaften — Inflation, Speku­la­tion und finan­zi­elle Exzesse.

Dann, im Juni’98 sagten Sie, „Später dieses Jahr wird sich die US-Wirt­schaft abrupt verlang­samen”. Was hatten Sie wahr­ge­nommen?

Die Gewinne gaben nach und Unter­nehmen neigten zu selbst­zer­stö­re­ri­schen Finanz­tricks und Buch­hal­tungs­ma­nö­vern einschließ­lich schwerer Speku­la­tionen und Lever­aging. Ich schrieb, daß einige durch explo­die­rende Papier­werte unglaub­lich reich wurden, aber Erspar­nisse und Kapi­tal­bil­dung erbärm­lich seien.

Dann sagten Sie den Zusam­men­bruch des Akti­en­marktes und der Tech­no­lo­gieblase voraus. Wie konnten Sie das?

Die großen speku­la­tiven Manien der Geschichte waren mit Neue­rungen verbunden, die große öffent­liche Begeis­te­rung auslösten. Das war auch der Fall beim Internet, und damit einher­ge­hend hatten wir die allge­gen­wär­tige Über­schwem­mung mit Geld und Kredit. Ja, ich schrieb, ein Bären­markt sei unaus­weich­lich.

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