Die Ruhe vor dem Sturm

Das neue, glanzlose Verhalten von Silber verdeckt hinter den Kulissen einige explosive Entwicklungen im Markt.

Von Lawrence Roulston [Quelle verloren]
Übersetzt von Kai Hackemesser

Die zugrun­de­lie­genden Grund­lagen des Silber­marktes sind bulli­scher als mögli­cher­weise für jede mögliche andere Handels­ware. Praktisch jeder Anleger oder Analyst, der den Silber­markt analy­siert hat, stimmt darin überein, daß der Silber­preis steigen muß. Jedoch trotz der breiten Über­ein­stim­mung über die „Bullisch­keit” des Silber­marktes enttäuscht der Preis weiterhin.

Haben die Analysten etwas verpaßt? Oder haben einige neue außer­ge­wöhn­liche Gescheh­nisse einfach den unver­meid­li­chen Tag der Abrech­nung aufge­schoben?

Wie Sie nun sehen werden, ist eine große Bewegung im Silber­preis nicht nur unver­meid­lich, sondern ist die Zeit für diese Bewegung bald da.

Die Bühne ist bereit

Jetzt sind die meisten Anleger mit der außer­or­dent­li­chen Geschichte hinter dem Silber­markt vertraut: Seit nun 12 aufein­an­der­fol­genden Jahren hat die Nachfrage nach dem Metall die Versor­gung durch Minen über­troffen… und das bei weitem. Ober­ir­di­sche Vorräte des Metalls sind konti­nu­ier­lich wegge­schmolzen, um die indus­tri­elle Nachfrage zu erfüllen. Wenn jene Vorräte jetzt erreichen, was von den Experten als „kriti­sches Niveau” beschrieben wird, ist die Bühne bereit für einen dras­ti­schen Preis­auf­schwung.

Jedoch werden viele Anleger verständ­li­cher­weise verwirrt, daß ange­sichts solcher über­wäl­ti­gend bulli­scher Grund­lagen der Silber­preis jetzt auf dem nied­rigsten Niveau seit Jahren ist.

Das Verschleu­dern des Silbers durch verstimmte Anleger kam Verkäufen aus uner­war­teten Quellen hinzu, welche sicher das Endsta­dium einer massiven Bestand­ver­flüs­si­gung von Vermö­gens­werten sein muß. Je weiter tatsäch­lich die ober­ir­di­schen Bestände aufge­braucht werden, bevor der Markt sich dreht, desto dras­ti­scher wird die unver­meid­liche Aufwärts­kor­rektur sein.

Tatsache ist, der Silber­markt wird drehen, lange bevor die Waren­be­stände aufge­braucht sind. Eine bloße Verlang­sa­mung der Waren­be­stand­ver­käufe verur­sacht ein Defizit im Markt, welches es den indus­tri­ellen Verbrau­chern immer beschwer­li­cher macht, genug Metall aufzu­treiben, um ihre Fabriken am Laufen zu halten. Dies genau ist, was im Palla­di­um­markt stattfand. Diese Zeiten nähern sich nun schnell für den Silber­markt.

Authoritäten stimmen zu…

Keine geringere Autho­rität als die CPM-Gruppe, eine der weltweit am meisten respek­tierten Forschungs­firma für Edel­me­talle, erwartet, daß der Silber­preis „mögli­cher­weise bald scharf” ansteigt.

Jene Gruppe hat ein wohl­ver­dientes Renommee für unpar­tei­ische, markt­neu­trale und ausführ­liche Analysen. Die Zahlen, die von der CPM-Gruppe geliefert werden, bilden die Grundlage für die folgende Analyse, aber die Statis­tiken und die Schluß­fol­ge­rungen, die von anderen Top-Markt­ana­lysten bereit­ge­stellt werden, sind ähnlich und kommen zu den gleichen Ergeb­nissen.

Das aller­neu­este vier­tel­jähr­liche Update von CPM zeigt eine Markt­auf­wärts­be­we­gung, die im folgenden Quartal beginnen wird. Nach dem Lesen der nächsten Absätze werden Sie die Gründe hinter dieser Erwartung verstehen.

Die Nachfrage nimmt zu

Das Silber, das in den indus­tri­ellen und Endver­brau­cher­pro­dukten verbraucht wurde, erreichte letztes Jahr rekord­mä­ßige 846 Millionen Unzen, und weitere 25 Millionen Unzen wurden in Münzen geprägt. Das Niveau der Nachfrage nach Silber bleibt stark, selbstan­ge­sichts des wirt­schaft­li­chen Nieder­gangs.

Silber hat einzig­ar­tige physi­ka­li­sche Eigen­schaften, die es zum lebens­wich­tigen, sogar unent­behr­li­chen Bestand­teil in vielen Anwen­dungen macht. Seine Licht­emp­find­lich­keit, seine Fähigkeit, extreme Tempe­ra­tur­än­de­rungen auszu­halten, seine Stabi­lität, seine Dehn­bar­keit und seine hohe elek­tri­sche und Wärme­leit­fä­hig­keit machen es schwierig oder sogar unmöglich, ander­wei­tiges Material statt Silber in vielen Anwen­dungen zu ersetzen.

Die Nachfrage nach Silber in seiner tradi­tio­nellen Rolle der Schmuck- und Silber­ware ist letztes Jahr gesunken. Jedoch wurde diese Abnahme durch starke Zunahme in der Foto­gra­phie, in der Elek­tronik und in anderen indus­tri­ellen Anwen­dungen mehr als ausge­gli­chen.

Die schnell steigende Nachfrage nach Silber in der Foto­gra­phie entkräftet eine der größten Fehl­an­nahmen hinsicht­lich des Silber­marktes. Vor einigen Jahren fingen Analysten an zu prognos­ti­zieren, daß der wachsende Gebrauch der digitalen Foto­gra­phie den tradi­tio­nellen, silber­ba­sie­renden foto­gra­phi­schen Film und die Drucke verdrängen würde, den größten Einzel­ver­brauch des Metalls. Jene Prognosen, die eine große negative Auswir­kung auf den Silber­markt hatten, basieren auf der gleichen Art flacher Analyse, die zur Tech­no­lo­gieblase führte.

Die Idee, daß digitale Kameras tradi­tio­nelle foto­gra­phi­sche Drucke besei­tigen würden, entspricht Prognosen in den siebziger Jahren, daß Computer die Notwen­dig­keit von Papier besei­tigen würden. Wir alle wissen, daß Computer in Wirk­lich­keit eine Hoch­kon­junktur im Papier­ver­brauch verur­sachten.

Obwohl digitale Kameras die Notwen­dig­keit von Film besei­tigen, bleiben tradi­tio­nelle foto­gra­phi­sche Drucke für die meisten Leute die Lieb­lings­weise, Schnapp­schüsse anzusehen und aufzu­be­wahren. Tradi­tio­nelle Drucke haben weit größere Farb­au­f­lö­sung, ‑klarheit und ‑halt­bar­keit als jedes andere mögliche Mittel und bleiben folglich bei weitem der Liebling selbst unter vielen digitalen Photo­gra­phen.

Digi­tal­ka­meras erlauben Photo­gra­phen, ohne Kosten Schnapp­schüsse zu machen, aber das Erzeugen eines dauer­haften Bildes erfordert weiterhin den Verbrauch von Silber. Tatsäch­lich wird mehr Silber im foto­gra­phi­schen Papier als im Film verbraucht. Folglich wächst die Nachfrage nach Silber in der Foto­gra­phie weiterhin, selbst wenn die Popu­la­rität der digitalen Foto­gra­phie sich erhöht.

Die Zahlen stützen diese Ansicht: Letztes Jahr wurden eine rekord­mä­ßige 283 Millionen Unzen Silber in der Foto­gra­phie verbraucht, 6% mehr als ein Jahr zuvor. Die Verei­nigten Staaten mit dem höchsten Anteil an digitalen Kameras notierten den größten Zuwachs der Menge des in der Foto­gra­phie verwen­deten Silbers,nämlich 8,3% gegenüber letztem Jahr. Über die letzten fünf Jahren hat das in der foto­gra­phi­schen Industrie verwen­dete Silber eindrucks­volle 28% zugelegt.

Über 65% des Silbers, das in die foto­gra­phi­sche Industrie fließt, wurde aufbe­reitet und stellt die Mehrheit des aufbe­rei­teten Silbers, ein wichtiger Teil der Gesamt­ver­sor­gungs-Gleichung dar.

Silber ist der beste elek­tri­sche und ther­mi­sche Leiter aller Metalle und macht sie lebens­wichtig in vielen Anwen­dungen wie Schaltern, Kontakten, Leitern, Siche­rungen und elek­trisch beheizten Wind­schutz­scheiben. Silber ist auch in vielen elek­tro­ni­schen Anwen­dungen entschei­dend und hat eine wichtige Rolle gespielt, wenn man die immer kleineren und leis­tungs­fä­hi­geren elek­tro­ni­schen Geräte wie Laptop-Computer und Mobil­te­le­fone entwi­ckelte.

Das stetige Wachstum des Silbers in seinen tradi­tio­nellen Anwen­dungen wie Spiegeln, zusammen mit einer an sich wach­senden Liste von Neuan­wen­dungen hat zu 45% Zuwachs an Silber geführt, das in indus­tri­ellen Anwen­dungen im letzten Jahrzehnt verwendet wurde. Die Liste neuer Anwen­dungen für Silber ist wächst ständig und garan­tiert, daß die Menge des jährlich verbrauchten Silbers fortfährt zuwachsen.

Ein weiterer neuer Gebrauch für Silber taucht auf, welcher die Nachfrage nach diesem viel­seitig verwend­baren Metalls wachsen lassen könnte: Supra­lei­tende Strom­kabel werden in einen Innen­stadt­be­reich des Strom­netzes in Detroit, Michigan instal­liert. Die Leiter in den drei supra­lei­tenden Kabeln, die instal­liert werden, wiegen nur 400kg, dennoch tragen sie mehr Elek­tri­zität als die 11t Kupfer in den neun Kabeln, die sie ersetzen sollen.

Das supra­lei­tende Material im Kern dieser Kabel ist ein kompli­ziertes kera­mi­sches Material, aber es erfordert eine Hülle aus Silber, welches 50% des Gesamt­ge­wichtes des Leiters bildet. Diese supra­lei­tenden Kabel müssen mit flüssigem Stick­stoff abgekühlt werden, dennoch sieht man sie als sehr praktisch an, wo es eine Notwen­dig­keit gibt, die Kapazität und Zuver­läs­sig­keit zu erhöhen. Man proji­ziert, daß innerhalb eines Jahr­zehnts, wenn der Gebrauch dieses Materials weiter verbreitet sein wird, diese Anwendung etwa 50 Millionen Unzen Silber oder mehr pro Jahr verbrau­chen wird.

In praktisch allen seinen indus­tri­ellen Anwen­dungen stellt Silber einen fast uner­heb­li­chen Teil der Fertig­pro­dukt­kosten dar, was bedeutet,daß Zunahmen des Preises des Metalls wenig Auswir­kung auf die Produk­ti­ons­ni­veaus der Produkte haben. Außerdem wird, anders als in der Foto­gra­phie, nur eine minimale Menge Silber zurück­ge­wonnen, was bedeutet, daß das meiste des Silbers, das in indus­tri­elle und Verbrau­cher­pro­dukte einfließt, für immer aus den ober­ir­di­schen Lagern entfernt wird.

Neue Versorgung schwindet

Der niedrige Silber­preis während der letzten Jahre hat wenig Ansporn für Minen­firmen bedeutet, neue Abla­ge­rungen zu erfor­schen und auszu­bauen. Man erwartet, daß die Versor­gung aus Minen dieses Jahr sogar sinken wird, während die Verbrauchs­rate die neue Kapazität über­trifft.

Die Versor­gungs­welle mit neuem Silber, die nach der Preis­spitze 1980 aufkam, überholte das Nach­fra­ge­wachstum nach dem Metall in der ersten Hälfte der achtziger Jahre. 1990 überholte die Nachfrage die Versor­gung, und seitdem sind ober­ir­di­sche Silber­lager aufge­braucht worden, um die Nachfrage nach dem Metall zu erfüllen.

Letztes Jahr lieferten Minen 492 Millionen Unzen Silber, was nur 56% des Silbers darstellte, welches verbraucht wurde. Die Bilanz der Silber-Versor­gung besteht des weiteren aus folgenden Variablen:

  • Regie­rungs­ver­äu­ße­rungen: 20 Millionen Unzen;
  • Abfall (haupt­säch­lich Foto­gra­phie) und andere: 221 Millionen Unzen;
  • Aus Lagern entnommen: 138 Millionen Unzen.

Es gibt wenige große Primär-Silber­minen. Sogar unter jenen, die im Allge­meinen als Silber­firmen wahr­ge­nommen werden, beziehen die meisten Produ­zenten die Mehrheit ihrer Einkünfte aus unedlen Metallen.

Tatsäch­lich wird Drei­viertel des neuem Silbers als Neben­pro­dukt des Bergbaus anderer Metalle geliefert. In den meisten Fällen stellt Silber einen geringen Teil des gesamten Betriebes dar und bietet wenig Anreiz, den Opera­ti­ons­raum zu erweitern, unab­hängig vom Preis des Silbers.

Und schließ­lich gibt es wenige große Primär­sil­be­r­ab­la­ge­rungen in vorge­rückter Position, was bedeutet, daß sogar ein scharfer Anstieg im Preis des Metalls keine große Zunahme der Menge neuen Silbers bedeutet, welches in den Markt strömt.

Warenbestände fallen

Die Menge der ober­ir­di­schen Silber­be­stände sind unter­dessen während der letzten 10 Jahre scharf abge­sunken, und manschätzt, daß sie sich kritisch niedrigen Niveaus schnell nähern”. Dies ist die unbe­schö­nigte Einschät­zung der CPM-Gruppe in ihrem Sonder­be­richt Juli 2000 über den Silber­markt.

1990 zählten die Silber­bar­ren­vor­räte zusammen 1,9 Milli­arden Unzen. Bereits 83% dieses Metalls sind davon­ge­schmolzen und an Verbrau­cher verteilt worden. CPM schätzt, daß die Edel­me­tall­be­stände zur Zeit zusammen ungefähr 300 Million Unzen zählen. Diese Menge stellt die Waren­be­stände der Banken, der Händler und der Waren­börsen rund um die Welt dar, plus eine Schätzung der Barren, die außerhalb der formalen Märkte gehalten werden.

Diese Menge wird im Allge­meinen als das minimale Niveau angesehen, das erfor­der­lich ist, um die Silber­märkte funk­tio­nieren zu lassen, oder liegt diesem Niveau zumindest sehr nahe. Wenn sich der Jahres­ver­brauch 900 Millionen Unzen nähert, bieten die gegen­wär­tigen Bestand­ni­veaus wenig Luft, besonders wenn man betrachtet, daß jene Lager­zahlen auch die Posi­tionen der lang­fris­tigen Besitzer des Metalls umfassen.

Die Ange­le­gen­heit, welche die Silber­bullen von den Silber­bären trennt, sind die geschätzten 425 Millionen Unzen Silber in Form von Münzen. Die Bären sehen jene Münzen über den Markt heraus­ragen, da sie ständig aus Anle­ger­händen heraus in den Markt tröpfeln.

Die Frage ist: Bei welchem Preis­ni­veau wird aus dem Fluß jener Münzen an die indus­tri­ellen Benutzer eine Flut? Ironi­scher­weise sollte ein Anstieg im Preis den Fluß wirklich austrocknen. Desil­lu­sio­nierte Anleger haben Silber­mün­zen­be­stände Jahr für Jahr liqui­diert, wie sie Hoffnung verloren, daß der Preis sich je erholen würde. Dieser Fluß könnte durch eine bulli­schere Aussicht auf dem Silber­markt­schnell ausge­löscht und sogar umgekehrt werden.

Regie­rungen sind jetzt weit­ge­hend aus dem Silber­markt heraus. Z.B. hielt die US-Regierung 1959 2,1 Milli­arden Unzen Silber. Aber nach vier Dekaden der ständigen Verkäufe hat sie ihre Bestände jetzt fast voll­ständig beseitigt. Viel des Silbers, das durch die US-Regierung entledigt wurde, wurde in den verschie­denen staat­li­chen Münz­pro­grammen, einschließ­lich der US-Eagle-Silber­münzen verwendet. Tatsäch­lich muß die Regierung bald in den Markt eingreifen, um Silber zu erwerben, um das Münzen­pro­gramm beizu­be­halten.

Weit verbrei­teten Gerüchten zufolge soll die chine­si­sche Regierung ein großer Silber­ver­käufer sein, aber dieses ist eine weitere Fehl­an­nahme im Markt. Die chine­si­sche Regierung verkaufte nur 11 Millionen Unzen letztes Jahr, eine Menge wie in vorhe­rigen Jahren. Für viele Jahre diente die chine­si­sche Regierung als eine Art Abrech­nungs­stelle für das gewonnene und verar­bei­tete Metall im Land, kaufte Metall von den Produ­zenten und warf es auf die Welt­märkte. Die chine­si­sche Regierung mag fort­fahren, Bestände zu halten, aber Netto­um­sätze von China machen nur einen kleinen Teil des Gesamt­marktes aus.

Es war die indische Regierung, die den Silber­markt letztes Jahr mit seiner Entschei­dung über­raschte, anzu­fangen, seine Silber­be­stände von ungefähr 80 Millionen Unzen zu liqui­dieren. Zum großen Teil wurde diese Entschei­dung durch einen Wunsch motiviert, die Nachfrage nach Silber im Land in einer Weise zu erfüllen, die den Kapi­tal­ab­fluß verrin­gern würde.

Die verrin­gerte Nachfrage nach impor­tiertem Silber in Indien hat zur Preis­schwäche über die letzten Monate beigetragen. Jedoch ist Indien der dritt­größte Verbrau­cher von Silber, was bedeutet,daß der gesamte Regie­rungs­vorrat die Nachfrage im Land für nur ungefähr acht Monate erfüllt.

Eine Geschichte der Volatilität

Zitiert aus dem CPM-Sonder­be­richt über Silber wieder vom letzten Jahr:

Die Geschichte der Silber­preise ist, daß sie unten bleiben, bis fast jeder aufge­geben hat, und dann steigen sie schnell. Er ist oft geschehen und vermut­lich wird es wieder geschehen… Es geschah 1967, 1973–1974, 1979–1980, 1982–1983, 1987 und wieder 1993. Es sollte ange­nommen werden, daß es wieder geschehen wird.”

Berück­sich­tigen Sie folgendes. 1986 und 1987 schien der Preis des Silbers zwischen $5,00 und $5,40 zu klemmen. Im März und April 1987 schossen die Preise schnell auf $11.”

Wie von der CPM-Gruppe unter­stri­chen gibt es wichtige Unter­schiede zwischen den vorher­ge­henden Preis­spitzen und der gegen­wär­tigen Lage. „1987 gab es um die 1,6 Milli­arden Unzen Silber in den Edel­me­tall­be­ständen, die darauf warteten, auf den Markt zu gelangen.” Seit dieser Zeit sind geschätzte 1,3 Milli­arden Unzen ober­ir­di­sches Silber davon­ge­schmolzen und in indus­tri­elle und Verbrau­cher­pro­dukte wie Spiegel, elek­tri­sche Kontakte und foto­gra­phi­sche Drucke umge­wan­delt worden. Jene Unzen sind nicht mehr für den Markt vorhanden.

Die blutarme Performanz des Silber­preises während der letzten zwei Jahre hat zu einer Art Zufrie­den­heit seitens der indus­tri­ellen Benutzer des Metalls und zu einer Resi­gna­tion unter vielen einzelnen Silber­be­sit­zern geführt. Ange­sichts eines abfal­lenden Preises sehen Benutzer keine Notwen­dig­keit, Vorräte an Metall zu vergrö­ßern oder überhaupt zu halten. Viele Anleger haben die Märkte aufge­geben und werfen ihr Silber auf den Markt.

Diese derzei­tige Situation entspricht genau dem Drehbuch, welches vorher­ge­henden Anflügen im Metall voranging.

Das intelligente Geld ist auf Silber orientiert

Die größten Profite werden durch jene erworben, die inves­tieren, bevor der Markt sich dreht, und der Silber­markt scheint bereit, dieses Muster zu wieder­holen. Einige extrem erfolg­reiche Anleger und Geschäfts­männer haben bereits große Inves­ti­tionen im Silber­markt gebildet.

Die größte Einrin­gung kam vom erfolg­reichsten aller Anleger. Warren Buffet erkannte das zwingende grund­le­gende Argument, das Silber­preise irgend­wann scharf steigen würden. Er legte 2% des $30 Milli­arden schweren Berkshire Hathaway Fonds am Silber­markt fest, aber fand heraus, daß seine vorge­schla­gene Inves­ti­tion von 600 Millionen US-Dollar nahezu der Kapi­ta­li­sie­rung der gesamten US-Silber­in­dus­trie entsprach. Folglich kaufte er statt­dessen 130 Millionen Unzen Silber.

Bill Gates hat auch schwer in der Silber­in­dus­trie inves­tiert. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, daß sich Herrn Gates Sach­kenntnis in den Bereich des Waren­marktes ausdehnt. Jedoch ist es eine sichere Wette zu sagen, daß der wohl­ha­bendste Mann der Welt es sich leisten kann, Experten-Anle­ger­infor­ma­tionen einzu­kaufen.

Zusätz­lich haben George und Paul Soros und ihr Soros-Fond, zusammen mit Lewis Bacon und seiner Moore Capital Manage­ment während der letzten Jahre alle erheb­liche Inves­ti­tionen in Silber­an­lagen gemacht.

Der Silbermarkt ist winzig

Der Gesamt­wert aller Silber­münzen und ‑barren, die jetzt für den Markt verfügbar sind, entspricht nur ungefähr 3,5 Milli­arden US-Dollar. Bei 2,5 Milli­arden US-Dollar ist die jährliche Produk­tion des Silbers geringer als ein Achtel der Größe des Gold­marktes.

Sogar ein einfaches Auffla­ckern des Anle­ger­inter­esses kann eine enorme Auswir­kung auf den Silber­markt haben. Die Vola­ti­lität, die dieser Markt oft gezeigt hat und gerade zeigt, beweist, daß keine große Menge herein­flie­ßendes Geld nötig ist, um eine sehr große Auswir­kung auf den Silber­preis zu nehmen.

Und der Markt für Silber­an­lagen ist sogar kleiner als der Edel­me­tall­markt. Die Mehrheit des Silbers wird als Neben­er­schei­nung der Metall­minen produ­ziert, was bedeutet, daß es wirklich sehr wenige Primär­sil­ber­firmen gibt. Wie wir oben sahen, war Warren Buffets Firma nicht imstande, genügend Silber­an­lagen zu finden, um seine Anla­ge­ziele zu erfüllen.

Für Anleger mit beschei­de­neren zu inves­tie­renden Summen stellen Anlagen in den Silber­firmen weit größere Hebel­kraft zum Silber­markt als zur Verfügung als der direkte Besitz des Metall.

Anleger halten den Schlüssel

Silber­ver­käufe durch entmu­tigte Anleger sind effektiv zu einer selbst­er­fül­lenden Prophe­zei­hung geworden, während der Fluß des Anle­ger­sil­bers in den Markt geholfen hat, die Nachfrage nach dem Metall zu erfüllen und den Preis niedrig zu halten.

Es ist jetzt offen­sicht­lich, daß die Anle­ger­stim­mung im Begriff ist, sich zugunsten des Silbers zu drehen. Zuerst einmal sind die Grund­lagen so über­wäl­ti­gend bullisch geworden, daß es schwer ist, ist nicht anzu­nehmen, daß der Markt den Boden erreicht hat.

Außerdem werden Anleger hinsicht­lich der volatilen Börsen und der über­be­wer­teten Papier­wäh­rungen in zuneh­mendem Maße nervös. Jene, die versuchen, einen Teil ihres Reichtums in Form von harten Werten zu sichern, betrachten wieder Silber.

Anle­ger­stim­mung in Richtung Silber kann sich sehr schnell ändern, wie wir viele Male in der Vergan­gen­heit gesehen haben.

Wenn, nicht falls…

Die Situation im Silber­markt kann nicht einfach viel länger so weiter­gehen. Für 12 aufein­an­der­fol­gende Jahre hat indus­tri­elle Nachfrage nach Silber die Versor­gung über­troffen. Das Resultat sind massive Abnahmen an Waren­be­ständen gewesen, die jetzt von den führenden Experten als schnell näherndes „kritische Niveaus” beschrieben werden.

Der Wende­punkt kommt, wenn einzelne Besitzer des Silbers bloß die Rate verlang­samen, mit der sie Metall an den Markt abliefern. Der resul­tie­rende Mangel an Silber sorgt für die herbei­krie­chenden silber­ab­hän­gigen Erzeuger.

Silber ist ein lebens­wich­tiger Bestand­teil in vielen Verbrau­cher­pro­dukten und in den meisten Fällen stellt einen unwich­tigen Teil der Gesamt­kosten des Produktes dar. Wie wir mit dem Palla­di­um­markt sahen, zahlen Erzeuger, jeden Preis, um die Versor­gung mit diesem lebens­wich­tigen Metalls zu sichern.

Einige der erfolg­reichsten Anleger in der Welt haben bereits agiert, um sich für die unver­meid­liche Rallye im Silber­preis in Position zu bringen. Die Zeit zu handeln ist jetzt gekommen, weil der Silber­preis sich sehr schnell bewegen kann und die Anleger im Staub derer zurück läßt, die die Bewegung vorweg­nahmen.

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