Die Ruhe vor dem Sturm

Das neue, glanzlose Verhalten von Silber verdeckt hinter den Kulissen einige explosive Entwick­lungen im Markt.

Von Lawrence Roulston [Quelle verloren]
Übersetzt von Kai Hackemesser

Die zugrun­de­lie­genden Grund­lagen des Silber­marktes sind bulli­scher als mögli­cher­weise für jede mögliche andere Handelsware. Praktisch jeder Anleger oder Analyst, der den Silber­markt analy­siert hat, stimmt darin überein, daß der Silber­preis steigen muß. Jedoch trotz der breiten Überein­stimmung über die „Bullischkeit” des Silber­marktes enttäuscht der Preis weiterhin.

Haben die Analysten etwas verpaßt? Oder haben einige neue außer­ge­wöhn­liche Gescheh­nisse einfach den unver­meid­lichen Tag der Abrechnung aufgeschoben?

Wie Sie nun sehen werden, ist eine große Bewegung im Silber­preis nicht nur unver­meidlich, sondern ist die Zeit für diese Bewegung bald da.

Die Bühne ist bereit

Jetzt sind die meisten Anleger mit der außer­or­dent­lichen Geschichte hinter dem Silber­markt vertraut: Seit nun 12 aufein­an­der­fol­genden Jahren hat die Nachfrage nach dem Metall die Versorgung durch Minen übertroffen… und das bei weitem. Ober­ir­dische Vorräte des Metalls sind konti­nu­ierlich wegge­schmolzen, um die indus­trielle Nachfrage zu erfüllen. Wenn jene Vorräte jetzt erreichen, was von den Experten als „kriti­sches Niveau” beschrieben wird, ist die Bühne bereit für einen dras­ti­schen Preisaufschwung.

Jedoch werden viele Anleger verständ­li­cher­weise verwirrt, daß ange­sichts solcher überwäl­tigend bulli­scher Grund­lagen der Silber­preis jetzt auf dem nied­rigsten Niveau seit Jahren ist.

Das Verschleudern des Silbers durch verstimmte Anleger kam Verkäufen aus uner­war­teten Quellen hinzu, welche sicher das Endstadium einer massiven Bestand­ver­flüs­sigung von Vermö­gens­werten sein muß. Je weiter tatsächlich die ober­ir­di­schen Bestände aufge­braucht werden, bevor der Markt sich dreht, desto dras­ti­scher wird die unver­meid­liche Aufwärts­kor­rektur sein.

Tatsache ist, der Silber­markt wird drehen, lange bevor die Waren­be­stände aufge­braucht sind. Eine bloße Verlang­samung der Waren­be­stand­ver­käufe verur­sacht ein Defizit im Markt, welches es den indus­tri­ellen Verbrau­chern immer beschwer­licher macht, genug Metall aufzu­treiben, um ihre Fabriken am Laufen zu halten. Dies genau ist, was im Palla­dium­markt stattfand. Diese Zeiten nähern sich nun schnell für den Silbermarkt.

Autho­ri­täten stimmen zu…

Keine geringere Autho­rität als die CPM-Gruppe, eine der weltweit am meisten respek­tierten Forschungs­firma für Edel­me­talle, erwartet, daß der Silber­preis „mögli­cher­weise bald scharf” ansteigt.

Jene Gruppe hat ein wohl­ver­dientes Renommee für unpar­tei­ische, markt­neu­trale und ausführ­liche Analysen. Die Zahlen, die von der CPM-Gruppe geliefert werden, bilden die Grundlage für die folgende Analyse, aber die Statis­tiken und die Schluß­fol­ge­rungen, die von anderen Top-Marktanalysten bereit­ge­stellt werden, sind ähnlich und kommen zu den gleichen Ergebnissen.

Das aller­neueste vier­tel­jähr­liche Update von CPM zeigt eine Markt­auf­wärts­be­wegung, die im folgenden Quartal beginnen wird. Nach dem Lesen der nächsten Absätze werden Sie die Gründe hinter dieser Erwartung verstehen.

Die Nachfrage nimmt zu

Das Silber, das in den indus­tri­ellen und Endver­brau­cher­pro­dukten verbraucht wurde, erreichte letztes Jahr rekord­mäßige 846 Millionen Unzen, und weitere 25 Millionen Unzen wurden in Münzen geprägt. Das Niveau der Nachfrage nach Silber bleibt stark, selbstan­ge­sichts des wirt­schaft­lichen Niedergangs.

Silber hat einzig­artige physi­ka­lische Eigen­schaften, die es zum lebens­wich­tigen, sogar unent­behr­lichen Bestandteil in vielen Anwen­dungen macht. Seine Licht­emp­find­lichkeit, seine Fähigkeit, extreme Tempe­ra­tur­än­de­rungen auszu­halten, seine Stabi­lität, seine Dehn­barkeit und seine hohe elek­trische und Wärme­leit­fä­higkeit machen es schwierig oder sogar unmöglich, ander­wei­tiges Material statt Silber in vielen Anwen­dungen zu ersetzen.

Die Nachfrage nach Silber in seiner tradi­tio­nellen Rolle der Schmuck– und Silberware ist letztes Jahr gesunken. Jedoch wurde diese Abnahme durch starke Zunahme in der Foto­graphie, in der Elek­tronik und in anderen indus­tri­ellen Anwen­dungen mehr als ausgeglichen.

Die schnell steigende Nachfrage nach Silber in der Foto­graphie entkräftet eine der größten Fehl­an­nahmen hinsichtlich des Silber­marktes. Vor einigen Jahren fingen Analysten an zu prognos­ti­zieren, daß der wachsende Gebrauch der digitalen Foto­graphie den tradi­tio­nellen, silber­ba­sie­renden foto­gra­phi­schen Film und die Drucke verdrängen würde, den größten Einzel­ver­brauch des Metalls. Jene Prognosen, die eine große negative Auswirkung auf den Silber­markt hatten, basieren auf der gleichen Art flacher Analyse, die zur Tech­no­lo­gieblase führte.

Die Idee, daß digitale Kameras tradi­tio­nelle foto­gra­phische Drucke besei­tigen würden, entspricht Prognosen in den siebziger Jahren, daß Computer die Notwen­digkeit von Papier besei­tigen würden. Wir alle wissen, daß Computer in Wirk­lichkeit eine Hoch­kon­junktur im Papier­ver­brauch verursachten.

Obwohl digitale Kameras die Notwen­digkeit von Film besei­tigen, bleiben tradi­tio­nelle foto­gra­phische Drucke für die meisten Leute die Lieb­lings­weise, Schnapp­schüsse anzusehen und aufzu­be­wahren. Tradi­tio­nelle Drucke haben weit größere Farb­auf­lösung, –klarheit und –halt­barkeit als jedes andere mögliche Mittel und bleiben folglich bei weitem der Liebling selbst unter vielen digitalen Photographen.

Digi­tal­ka­meras erlauben Photo­graphen, ohne Kosten Schnapp­schüsse zu machen, aber das Erzeugen eines dauer­haften Bildes erfordert weiterhin den Verbrauch von Silber. Tatsächlich wird mehr Silber im foto­gra­phi­schen Papier als im Film verbraucht. Folglich wächst die Nachfrage nach Silber in der Foto­graphie weiterhin, selbst wenn die Popu­la­rität der digitalen Foto­graphie sich erhöht.

Die Zahlen stützen diese Ansicht: Letztes Jahr wurden eine rekord­mäßige 283 Millionen Unzen Silber in der Foto­graphie verbraucht, 6% mehr als ein Jahr zuvor. Die Verei­nigten Staaten mit dem höchsten Anteil an digitalen Kameras notierten den größten Zuwachs der Menge des in der Foto­graphie verwen­deten Silbers,nämlich 8,3% gegenüber letztem Jahr. Über die letzten fünf Jahren hat das in der foto­gra­phi­schen Industrie verwendete Silber eindrucks­volle 28% zugelegt.

Über 65% des Silbers, das in die foto­gra­phische Industrie fließt, wurde aufbe­reitet und stellt die Mehrheit des aufbe­rei­teten Silbers, ein wichtiger Teil der Gesamtversorgungs-Gleichung dar.

Silber ist der beste elek­trische und ther­mische Leiter aller Metalle und macht sie lebens­wichtig in vielen Anwen­dungen wie Schaltern, Kontakten, Leitern, Siche­rungen und elek­trisch beheizten Wind­schutz­scheiben. Silber ist auch in vielen elek­tro­ni­schen Anwen­dungen entscheidend und hat eine wichtige Rolle gespielt, wenn man die immer kleineren und leis­tungs­fä­hi­geren elek­tro­ni­schen Geräte wie Laptop-Computer und Mobil­te­lefone entwickelte.

Das stetige Wachstum des Silbers in seinen tradi­tio­nellen Anwen­dungen wie Spiegeln, zusammen mit einer an sich wach­senden Liste von Neuan­wen­dungen hat zu 45% Zuwachs an Silber geführt, das in indus­tri­ellen Anwen­dungen im letzten Jahrzehnt verwendet wurde. Die Liste neuer Anwen­dungen für Silber ist wächst ständig und garan­tiert, daß die Menge des jährlich verbrauchten Silbers fortfährt zuwachsen.

Ein weiterer neuer Gebrauch für Silber taucht auf, welcher die Nachfrage nach diesem viel­seitig verwend­baren Metalls wachsen lassen könnte: Supra­lei­tende Strom­kabel werden in einen Innen­stadt­be­reich des Strom­netzes in Detroit, Michigan instal­liert. Die Leiter in den drei supra­lei­tenden Kabeln, die instal­liert werden, wiegen nur 400kg, dennoch tragen sie mehr Elek­tri­zität als die 11t Kupfer in den neun Kabeln, die sie ersetzen sollen.

Das supra­lei­tende Material im Kern dieser Kabel ist ein kompli­ziertes kera­mi­sches Material, aber es erfordert eine Hülle aus Silber, welches 50% des Gesamt­ge­wichtes des Leiters bildet. Diese supra­lei­tenden Kabel müssen mit flüssigem Stick­stoff abgekühlt werden, dennoch sieht man sie als sehr praktisch an, wo es eine Notwen­digkeit gibt, die Kapazität und Zuver­läs­sigkeit zu erhöhen. Man proji­ziert, daß innerhalb eines Jahr­zehnts, wenn der Gebrauch dieses Materials weiter verbreitet sein wird, diese Anwendung etwa 50 Millionen Unzen Silber oder mehr pro Jahr verbrauchen wird.

In praktisch allen seinen indus­tri­ellen Anwen­dungen stellt Silber einen fast uner­heb­lichen Teil der Fertig­pro­dukt­kosten dar, was bedeutet,daß Zunahmen des Preises des Metalls wenig Auswirkung auf die Produk­ti­ons­ni­veaus der Produkte haben. Außerdem wird, anders als in der Foto­graphie, nur eine minimale Menge Silber zurück­ge­wonnen, was bedeutet, daß das meiste des Silbers, das in indus­trielle und Verbrau­cher­pro­dukte einfließt, für immer aus den ober­ir­di­schen Lagern entfernt wird.

Neue Versorgung schwindet

Der niedrige Silber­preis während der letzten Jahre hat wenig Ansporn für Minen­firmen bedeutet, neue Abla­ge­rungen zu erfor­schen und auszu­bauen. Man erwartet, daß die Versorgung aus Minen dieses Jahr sogar sinken wird, während die Verbrauchsrate die neue Kapazität übertrifft.

Die Versor­gungs­welle mit neuem Silber, die nach der Preis­spitze 1980 aufkam, überholte das Nach­fra­ge­wachstum nach dem Metall in der ersten Hälfte der achtziger Jahre. 1990 überholte die Nachfrage die Versorgung, und seitdem sind ober­ir­dische Silber­lager aufge­braucht worden, um die Nachfrage nach dem Metall zu erfüllen.

Letztes Jahr lieferten Minen 492 Millionen Unzen Silber, was nur 56% des Silbers darstellte, welches verbraucht wurde. Die Bilanz der Silber-Versorgung besteht des weiteren aus folgenden Variablen:

  • Regie­rungs­ver­äu­ße­rungen: 20 Millionen Unzen;
  • Abfall (haupt­sächlich Foto­graphie) und andere: 221 Millionen Unzen;
  • Aus Lagern entnommen: 138 Millionen Unzen.

Es gibt wenige große Primär-Silberminen. Sogar unter jenen, die im Allge­meinen als Silber­firmen wahr­ge­nommen werden, beziehen die meisten Produ­zenten die Mehrheit ihrer Einkünfte aus unedlen Metallen.

Tatsächlich wird Drei­viertel des neuem Silbers als Neben­produkt des Bergbaus anderer Metalle geliefert. In den meisten Fällen stellt Silber einen geringen Teil des gesamten Betriebes dar und bietet wenig Anreiz, den Opera­ti­onsraum zu erweitern, unab­hängig vom Preis des Silbers.

Und schließlich gibt es wenige große Primärsil­be­r­ab­la­ge­rungen in vorge­rückter Position, was bedeutet, daß sogar ein scharfer Anstieg im Preis des Metalls keine große Zunahme der Menge neuen Silbers bedeutet, welches in den Markt strömt.

Waren­be­stände fallen

Die Menge der ober­ir­di­schen Silber­be­stände sind unter­dessen während der letzten 10 Jahre scharf abge­sunken, und manschätzt, daß sie sich kritisch niedrigen Niveaus schnell nähern”. Dies ist die unbe­schö­nigte Einschätzung der CPM-Gruppe in ihrem Sonder­be­richt Juli 2000 über den Silbermarkt.

1990 zählten die Silber­bar­ren­vorräte zusammen 1,9 Milli­arden Unzen. Bereits 83% dieses Metalls sind davon­ge­schmolzen und an Verbraucher verteilt worden. CPM schätzt, daß die Edel­me­tall­be­stände zur Zeit zusammen ungefähr 300 Million Unzen zählen. Diese Menge stellt die Waren­be­stände der Banken, der Händler und der Waren­börsen rund um die Welt dar, plus eine Schätzung der Barren, die außerhalb der formalen Märkte gehalten werden.

Diese Menge wird im Allge­meinen als das minimale Niveau angesehen, das erfor­derlich ist, um die Silber­märkte funk­tio­nieren zu lassen, oder liegt diesem Niveau zumindest sehr nahe. Wenn sich der Jahres­ver­brauch 900 Millionen Unzen nähert, bieten die gegen­wär­tigen Bestand­ni­veaus wenig Luft, besonders wenn man betrachtet, daß jene Lager­zahlen auch die Posi­tionen der lang­fris­tigen Besitzer des Metalls umfassen.

Die Ange­le­genheit, welche die Silber­bullen von den Silber­bären trennt, sind die geschätzten 425 Millionen Unzen Silber in Form von Münzen. Die Bären sehen jene Münzen über den Markt heraus­ragen, da sie ständig aus Anle­ger­händen heraus in den Markt tröpfeln.

Die Frage ist: Bei welchem Preis­niveau wird aus dem Fluß jener Münzen an die indus­tri­ellen Benutzer eine Flut? Ironi­scher­weise sollte ein Anstieg im Preis den Fluß wirklich austrocknen. Desil­lu­sio­nierte Anleger haben Silber­mün­zen­be­stände Jahr für Jahr liqui­diert, wie sie Hoffnung verloren, daß der Preis sich je erholen würde. Dieser Fluß könnte durch eine bulli­schere Aussicht auf dem Silber­markt­schnell ausge­löscht und sogar umgekehrt werden.

Regie­rungen sind jetzt weit­gehend aus dem Silber­markt heraus. Z.B. hielt die US-Regierung 1959 2,1 Milli­arden Unzen Silber. Aber nach vier Dekaden der ständigen Verkäufe hat sie ihre Bestände jetzt fast voll­ständig beseitigt. Viel des Silbers, das durch die US-Regierung entledigt wurde, wurde in den verschie­denen staat­lichen Münz­pro­grammen, einschließlich der US-Eagle-Silbermünzen verwendet. Tatsächlich muß die Regierung bald in den Markt eingreifen, um Silber zu erwerben, um das Münzen­pro­gramm beizubehalten.

Weit verbrei­teten Gerüchten zufolge soll die chine­sische Regierung ein großer Silber­ver­käufer sein, aber dieses ist eine weitere Fehl­an­nahme im Markt. Die chine­sische Regierung verkaufte nur 11 Millionen Unzen letztes Jahr, eine Menge wie in vorhe­rigen Jahren. Für viele Jahre diente die chine­sische Regierung als eine Art Abrech­nungs­stelle für das gewonnene und verar­beitete Metall im Land, kaufte Metall von den Produ­zenten und warf es auf die Welt­märkte. Die chine­sische Regierung mag fort­fahren, Bestände zu halten, aber Netto­um­sätze von China machen nur einen kleinen Teil des Gesamt­marktes aus.

Es war die indische Regierung, die den Silber­markt letztes Jahr mit seiner Entscheidung überraschte, anzu­fangen, seine Silber­be­stände von ungefähr 80 Millionen Unzen zu liqui­dieren. Zum großen Teil wurde diese Entscheidung durch einen Wunsch motiviert, die Nachfrage nach Silber im Land in einer Weise zu erfüllen, die den Kapi­tal­abfluß verringern würde.

Die verrin­gerte Nachfrage nach impor­tiertem Silber in Indien hat zur Preis­schwäche über die letzten Monate beige­tragen. Jedoch ist Indien der dritt­größte Verbraucher von Silber, was bedeutet,daß der gesamte Regie­rungs­vorrat die Nachfrage im Land für nur ungefähr acht Monate erfüllt.

Eine Geschichte der Volatilität

Zitiert aus dem CPM-Sonderbericht über Silber wieder vom letzten Jahr:

Die Geschichte der Silber­preise ist, daß sie unten bleiben, bis fast jeder aufge­geben hat, und dann steigen sie schnell. Er ist oft geschehen und vermutlich wird es wieder geschehen… Es geschah 1967, 1973–1974, 1979–1980, 1982–1983, 1987 und wieder 1993. Es sollte ange­nommen werden, daß es wieder geschehen wird.”

Berück­sich­tigen Sie folgendes. 1986 und 1987 schien der Preis des Silbers zwischen $5,00 und $5,40 zu klemmen. Im März und April 1987 schossen die Preise schnell auf $11.”

Wie von der CPM-Gruppe unter­strichen gibt es wichtige Unter­schiede zwischen den vorher­ge­henden Preis­spitzen und der gegen­wär­tigen Lage. „1987 gab es um die 1,6 Milli­arden Unzen Silber in den Edel­me­tall­be­ständen, die darauf warteten, auf den Markt zu gelangen.” Seit dieser Zeit sind geschätzte 1,3 Milli­arden Unzen ober­ir­di­sches Silber davon­ge­schmolzen und in indus­trielle und Verbrau­cher­pro­dukte wie Spiegel, elek­trische Kontakte und foto­gra­phische Drucke umge­wandelt worden. Jene Unzen sind nicht mehr für den Markt vorhanden.

Die blutarme Performanz des Silber­preises während der letzten zwei Jahre hat zu einer Art Zufrie­denheit seitens der indus­tri­ellen Benutzer des Metalls und zu einer Resi­gnation unter vielen einzelnen Silber­be­sitzern geführt. Ange­sichts eines abfal­lenden Preises sehen Benutzer keine Notwen­digkeit, Vorräte an Metall zu vergrößern oder überhaupt zu halten. Viele Anleger haben die Märkte aufge­geben und werfen ihr Silber auf den Markt.

Diese derzeitige Situation entspricht genau dem Drehbuch, welches vorher­ge­henden Anflügen im Metall voranging.

Das intel­li­gente Geld ist auf Silber orientiert

Die größten Profite werden durch jene erworben, die inves­tieren, bevor der Markt sich dreht, und der Silber­markt scheint bereit, dieses Muster zu wieder­holen. Einige extrem erfolg­reiche Anleger und Geschäfts­männer haben bereits große Inves­ti­tionen im Silber­markt gebildet.

Die größte Einringung kam vom erfolg­reichsten aller Anleger. Warren Buffet erkannte das zwingende grund­le­gende Argument, das Silber­preise irgendwann scharf steigen würden. Er legte 2% des $30 Milli­arden schweren Berkshire Hathaway Fonds am Silber­markt fest, aber fand heraus, daß seine vorge­schlagene Inves­tition von 600 Millionen US-Dollar nahezu der Kapi­ta­li­sierung der gesamten US-Silberindustrie entsprach. Folglich kaufte er statt­dessen 130 Millionen Unzen Silber.

Bill Gates hat auch schwer in der Silber­in­dustrie inves­tiert. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, daß sich Herrn Gates Sach­kenntnis in den Bereich des Waren­marktes ausdehnt. Jedoch ist es eine sichere Wette zu sagen, daß der wohl­ha­bendste Mann der Welt es sich leisten kann, Experten-Anlegerinformationen einzukaufen.

Zusätzlich haben George und Paul Soros und ihr Soros-Fond, zusammen mit Lewis Bacon und seiner Moore Capital Management während der letzten Jahre alle erheb­liche Inves­ti­tionen in Silber­an­lagen gemacht.

Der Silber­markt ist winzig

Der Gesamtwert aller Silber­münzen und –barren, die jetzt für den Markt verfügbar sind, entspricht nur ungefähr 3,5 Milli­arden US-Dollar. Bei 2,5 Milli­arden US-Dollar ist die jährliche Produktion des Silbers geringer als ein Achtel der Größe des Goldmarktes.

Sogar ein einfaches Auffla­ckern des Anle­ger­in­ter­esses kann eine enorme Auswirkung auf den Silber­markt haben. Die Vola­ti­lität, die dieser Markt oft gezeigt hat und gerade zeigt, beweist, daß keine große Menge herein­flie­ßendes Geld nötig ist, um eine sehr große Auswirkung auf den Silber­preis zu nehmen.

Und der Markt für Silber­an­lagen ist sogar kleiner als der Edel­me­tall­markt. Die Mehrheit des Silbers wird als Neben­er­scheinung der Metall­minen produ­ziert, was bedeutet, daß es wirklich sehr wenige Primärsil­ber­firmen gibt. Wie wir oben sahen, war Warren Buffets Firma nicht imstande, genügend Silber­an­lagen zu finden, um seine Anla­ge­ziele zu erfüllen.

Für Anleger mit beschei­de­neren zu inves­tie­renden Summen stellen Anlagen in den Silber­firmen weit größere Hebel­kraft zum Silber­markt als zur Verfügung als der direkte Besitz des Metall.

Anleger halten den Schlüssel

Silber­ver­käufe durch entmu­tigte Anleger sind effektiv zu einer selbst­er­fül­lenden Prophe­zeihung geworden, während der Fluß des Anle­ger­silbers in den Markt geholfen hat, die Nachfrage nach dem Metall zu erfüllen und den Preis niedrig zu halten.

Es ist jetzt offen­sichtlich, daß die Anle­ger­stimmung im Begriff ist, sich zugunsten des Silbers zu drehen. Zuerst einmal sind die Grund­lagen so überwäl­tigend bullisch geworden, daß es schwer ist, ist nicht anzu­nehmen, daß der Markt den Boden erreicht hat.

Außerdem werden Anleger hinsichtlich der volatilen Börsen und der überbe­wer­teten Papier­wäh­rungen in zuneh­mendem Maße nervös. Jene, die versuchen, einen Teil ihres Reichtums in Form von harten Werten zu sichern, betrachten wieder Silber.

Anle­ger­stimmung in Richtung Silber kann sich sehr schnell ändern, wie wir viele Male in der Vergan­genheit gesehen haben.

Wenn, nicht falls…

Die Situation im Silber­markt kann nicht einfach viel länger so weiter­gehen. Für 12 aufein­an­der­fol­gende Jahre hat indus­trielle Nachfrage nach Silber die Versorgung übertroffen. Das Resultat sind massive Abnahmen an Waren­be­ständen gewesen, die jetzt von den führenden Experten als schnell näherndes „kritische Niveaus” beschrieben werden.

Der Wende­punkt kommt, wenn einzelne Besitzer des Silbers bloß die Rate verlang­samen, mit der sie Metall an den Markt abliefern. Der resul­tie­rende Mangel an Silber sorgt für die herbei­krie­chenden silbe­r­ab­hän­gigen Erzeuger.

Silber ist ein lebens­wich­tiger Bestandteil in vielen Verbrau­cher­pro­dukten und in den meisten Fällen stellt einen unwich­tigen Teil der Gesamt­kosten des Produktes dar. Wie wir mit dem Palla­dium­markt sahen, zahlen Erzeuger, jeden Preis, um die Versorgung mit diesem lebens­wich­tigen Metalls zu sichern.

Einige der erfolg­reichsten Anleger in der Welt haben bereits agiert, um sich für die unver­meid­liche Rallye im Silber­preis in Position zu bringen. Die Zeit zu handeln ist jetzt gekommen, weil der Silber­preis sich sehr schnell bewegen kann und die Anleger im Staub derer zurück läßt, die die Bewegung vorwegnahmen.

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