Ein Vergleich: Die Vereinigten Staaten und die UdSSR

von Luke Exilarch

Übersetzt aus dem engli­schen von Kai Hacke­messer am 2.10.2005

Original: http://exilemm.com/e-sub-ussr1.shtml und http://exilemm.com/e-sub-ussr2.shtml zu finden auf www.eXilemm.com

Ist das Leben heute in den Verei­nigten Staaten wie das Leben damals in der UdSSR?

Die Zentra­li­sierung poli­ti­scher Kraft in den Händen der Bundes­re­gierung hat ermög­licht, einen tota­li­tären Staat zu schaffen, welcher auf viel­fältige Weise an die alte Union der Sozia­lis­ti­schen Sowjet­re­pu­bliken erinnert.

Es gibt tatsächlich noch bedeu­tende Unter­schiede zwischen den Verei­nigten Staaten und der ehema­ligen UdSSR. Verbrauchs­waren sind überall verfügbar in den Verei­nigten Staaten (obwohl unser riesiges Handels­bi­lanz­de­fizit andeutet, dass sie nicht hier herge­stellt worden sind). Einige von unseren verfas­sungs­mä­ßigen Rechten bleiben unver­sehrt, obgleich erodiert.

Aber lassen Sie uns die Ähnlich­keiten betrachten. Zitate über die UdSSR sind aus dem Buch von USC Professor Rodger Swea­ringen — “Die Welt des Kommu­nismus” (1962).

Verfassung, Regierung, Poli­tische Parteien

UdSSR:

“Theo­re­tisch ist die Union sozia­lis­ti­scher Sowjet­re­pu­bliken ist eine föderativ orga­ni­sierte verfas­sungs­mäßige Demo­kratie […] Praktisch ist die Verfassung verhält­nis­mäßig unwichtig. […] Die verschie­denen Repu­bliken haben eigentlich kaum Macht […] Die Sowjets haben ein “Ein-Parteiensystem der Regierung” […] Keine anderen poli­ti­schen Parteien sind notwendig […] Die Natur des kommu­nis­ti­schen Systems macht Wahlen in der Sowjet­union zu einer bedeu­tungs­losen Geste, eine Übung zum Absegnen der Wahl der Partei.”

Verei­nigte Staaten:

Die Verei­nigten Staaten bean­spruchen, eine Verfas­sungs­mäßige Gemein­schaft der Staaten zu sein, aber die Bundes­re­gierung mißachtet regel­mäßig die Verfassung. Die fünfzig staat­lichen Regie­rungen haben eigentlich kaum Macht. Uns wird dauernd erzählt, dass wir ein “Zwei-Parteiensystem haben”. Praktisch funk­tio­nieren die zwei nomi­nellen Parteien als eine Partei, da sie keine bedeu­tenden Meinungs­ver­schie­den­heiten haben. Dritte Parteien sind legal, werden aber als unnötig erachtet. Nur zwei von den 535 Mitgliedern des Kongress sind unabhängig.

Infolge des Einpar­tei­en­systems sind Wahlen eine bedeu­tungslose Geste. Die Wieder­wahlrate für Kongress­mit­glieder ist 95 — 98%.

Politiker

UdSSR:

“Es gibt grund­le­gende Unter­schiede zwischen Berufs­po­li­tikern in anderen Systemen und im kommu­nis­ti­schen System. […] Im kommu­nis­ti­schem System ergreift der, der die Macht ergreift, Privi­legien und indirekt Eigentum. Folglich ist im Kommu­nismus Macht oder Politik als Beruf das Ideal derje­nigen, die den den Wunsch oder die Aussicht vom Leben als Schma­rotzer auf Kosten anderer haben.”

Verei­nigte Staaten:

Bundes­richtern und Abge­ord­neten wird einen Mindest­gehalt im Bereich von $145.000 bis $158.000 bezahlt. Diese Gehälter liegen in den oberen 5% aller Einkommen — öffentlich oder privat.

Dennoch beschweren sich Bundes­richter ständig, dass sie unter­be­zahlt sind, und der Congress gewährt  sich jedes Jahr auto­ma­tisch eine Gehalts­er­höhung.

Im Falle, das Steu­er­ein­künfte unzu­rei­chend werden, um diese Gehälter zu bezahlen, entschieden Bundes­richter in Kelo gegen die Stadt New London, dass Privat­besitz beschlag­nahmt und verkauft werden kann, um mehr Steuern zu erzeugen.

Viele würden darin überein­stimmen, dass die Bundes­re­gierung eine im wesent­lichen para­si­tische Natur hat.

Außen­po­litik

UdSSR:

“Die grund­le­gende Einstellung der Verei­nigten Staaten zu anderen Völkern ist, dass sie das Recht haben sollen, ihr Schicksal selbst zu bestimmen, ohne daß andere Nationen ihnen erzählen, was sie tun und lassen können. […] Unser Grundsatz ist gewöhnlich “Hände weg” […] wir haben keine Politik der groß­maß­stäb­lichen Einmi­schung in allen Ländern der Welt, um Amerika-geprägte Regie­rungen über die Leute überall zu bringen”

“Der sowje­tische Grundsatz ist das Gegenteil. Während sie Lippen­dienste zum Prinzip der  Selbst­be­stimmung leisteten, haben sich die Russen immer wieder, als eine Frage des Grund­satzes, sich in die Ange­le­gen­heiten anderer Staaten einge­mischt, wenn sie es in ihrem Interesse ansahen, und wenn sie gedacht haben, dass damit davon kämen.”

“Die Verei­nigten Staaten finden es schwierig, einen so unbarm­her­zigen Feind durch tradi­tio­nelle, fried­liche Mittel zu bekämpfen. Die Kommu­nisten haben keine Skrupel, Gewalt einzu­setzen. […] Wenn die sowje­tische Bedrohung entfernt würde, könnten wir zwei­fellos solch unziem­liche Mittel schneller
gänzlich abschaffen.”

Verei­nigte Staaten:

Egal was sie sagt, glaubt die Bundes­re­gierung nicht, dass andere Nationen ein Recht auf Selbst­be­stimmung haben. Die Bundes­re­gierung statio­niert momentan Truppen auf über 6.000 Mili­tär­basen in 146 verschie­denen Ländern.

Diese Regierung setzt regel­mäßig die Truppen ein, um UN-Beschlüsse durch­zu­setzen, oder um durch­zu­setzen, was sie “Demo­kratie” nennt.

Im Gegensatz zur Voraussage von Professor Swea­ringen hat der Sturz der UdSSR nicht in der Kürzung der “unziem­lichen Mittel” der Gewalt durch die Bundes­re­gierung resul­tiert. Im Gegenteil hat es ein Exzess der Kriegs­hetze verur­sacht. Seit dem Sturz der UdSSR hat die Bundes­re­gierung Kriege in Panama, Irak (zweimal) Somalia, Bosnien, Jugo­slawien und Afgha­nistan geführt.

Die “Bush-Doktrin” bean­sprucht, dass die Bundes­re­gierung als “einzig verbliebene Super­macht der Welt” das Recht hat, “preemptive Kriege” gegen andere Länder zu führen.

Religion

UdSSR:

“Die jetzige Phase […] ist geprägt von wilder Propa­ganda gegen Religion. Die vorge­schrie­benen  öffent­lichen Schulen lehren Atheismus als ein regel­mä­ßiges Programm.” “Vom ersten Schuljahr an lernt das Kind, “es gibt keinen Gott.”

“Die Regie­rungs­presse führt eine beständige Kampagne gegen Religion.” […] Dies nimmt die Form an, daß Witze gemacht werden über “altmo­dische Leute”, die immer noch den “Unsinn über Gott” glauben.

“Warum lässt dann die sowje­tische Regierung zu, dass einige Kirchen offen bleiben? Ist dies nicht Freiheit der Religion? […] Religiöse Freiheit ist mehr als ein offenes Kirchen­ge­bäude. Es hat mit Einstel­lungen, Gesetzen, Grund­sätzen und Zielen zu tun. Es stimmt, es gibt es eine Anzahl von Protes­tan­ti­schen, Katho­li­schen und Russisch-Orthodoxen Kirchen, die offen sind in Russland. Solange die Kirchen offen bleiben, können die Männer in Moskau diese Tatsache benutzen, um Unwis­sende zu überzeugen, dass es religiöse Freiheit gibt. Schließlich sind die Kirchen offen!”

Verei­nigte Staaten:

Theo­re­tisch garan­tiert die Verfassung die freie Ausübung der Religion. In der Praxis haben Bundes­richter eine “Trennung von Kirche und Staat” ange­ordnet, was keine Erwähnung in der Verfassung findet.

Regie­rungs­schulen oder von der Regierung finan­zierte Orga­ni­sa­tionen werden ange­wiesen, Religion nicht zu erwähnen. Zum Beispiel haben Bundes­richter Schülern öffent­licher Schulen das Vortragen des Treueeids verboten, weil er die Worte “unter Gott” enthält. Die unechte “Trennung von Kirche und Staat” soll einzig sicher­stellen, dass die christ­liche Religion nie “Einstel­lungen, Gesetze, Grund­sätze und Ziele” beeinflusst.

Aber die Kirchen sind offen.

Erziehung

UdSSR:

“Die Suche nach der ursprüng­lichen Wahrheit hat keinen Platz in kommu­nis­ti­scher Erziehung. Studenten wird nicht erlaubt, beide Seiten einer Frage in Kursen in den Sozi­al­wis­sen­schaften und den Geis­tes­wis­sen­schaften zu hören. Viel von seiner Erziehung erweist sich als Indok­tri­nation und Propa­ganda. Seine Erziehung ist begrenzt, spezia­li­siert und geneigt. Wenn er klug ist, wird er gut vorbe­reitet werden, ein Zahnrad in der sowje­ti­schen Maschine zu sein.”

Verei­nigte Staaten:

“Politisch korrekte” Studi­en­pläne in den Sozi­al­wis­sen­schaften und die Geis­tes­wis­sen­schaften laufen auf Propa­ganda und Indok­tri­nation hinaus. Staat­liche und örtliche öffent­liche Schulen operieren auf Anweisung der Bundes­be­hörden — dem “Kein Kind bleibt zurück”-Gesetz (auch bekannt als das “Kein Kind geht voraus”-Gesetz) Örtlichen Schulen fehlt die Autorität, ihren eigenen Studi­enplan vorzu­schreiben. Zum Beispiel hat ein Bundes­richter ange­ordnet, dass Schulen in Georgia Evolution als eine Tatsache lehren müssen, nicht nur als Theorie.

Das Bildungs­system der Bundes­re­gierung ist entworfen, Massen­in­dok­tri­nation zu erreichen und eine politisch einheit­liche, formbare Bürger­schaft herzustellen.

Presse

UdSSR:

“Die sowje­tische Presse … hat keine Freiheit, kein eigenes Leben. Es gibt 10.000 Zeitungen in der Sowjet­union, aber nicht eine traut sich, eine Meinung heraus­zu­bringen, die im geringsten Grad von
der offi­zi­ellen Partei­an­sicht in irgend­einer wichtigen Ange­le­genheit abweicht,” […] Dem gegenüber reprä­sen­tiert die “Presse der Freien Welt eine große Auswahl abwei­chender poli­ti­scher Stand­punkte und Absichten.”

Verei­nigte Staaten:

Nominell gibt es Tausende von Zeitungen und Radio­sta­tionen und Hunderte Fern­seh­kanäle. Aber die FCC und das Justizministerium(sic) erlauben, dass die meisten von ihnen ein paar Medi­en­kon­glo­me­raten gehören und von diesen kontrol­liert werden.

Gemäß Medi­en­fachmann Tom Wolzien schauen 80% des Primetime-Publikums Kanäle, die Medi­en­kon­glo­me­raten wie zum Beispiel Viacom, Disney, Time Warner, News Corp. und NBC/Universal gehören. Zum Beispiel merkt er an, dass von den wich­tigsten 25 Kabel­ka­nälen, 20 jetzt einem der großen fünf Medi­en­ge­sell­schaften gehören.

In Austausch dafür, daß die Bundes­re­gierung ihnen ein Oligopol gewährt, enthalten sich die Medi­en­kon­glo­merate der Kritik an der Politik oder Ausein­an­der­setzung mit der Korruption der Regierung. Paul Craig Roberts bemerkt, dass sich die histo­rische Rolle der Medien, als Regie­rungs­wachhund infolge Medi­en­kon­so­li­dierung verringert hat.

Die Medi­en­kon­glo­merate lassen einen engen Bereich poli­ti­scher Stand­punkte zu, der mehr oder weniger jenen von der Repu­blik­ra­ti­schen Partei entspricht. Die Stimmen unab­hän­giger Jour­na­listen wie Nat Hentoff, Joseph Sobran oder dem späten Samuel Francis werden nicht gehört.

Fami­li­en­leben

UdSSR:

“Viele der Aufgaben, die üblicher­weise von Männern in Amerika gemacht worden sind, werden von  Frauen in der Sowjet­union gemacht.” Die UdSSR prahlt: “wir haben die Diskri­mi­nierung nach Geschlecht beseitigt.”

“Vom Stand­punkt der sowje­ti­schen Regierung, ist es in tatsächlich Haupt­sache, daß so viele Frauen wie möglich arbeiten […] Die große Mehrheit der Familien in der Sowjet­union würde es schwierig finden, von den Löhnen vom Ehemann allein zu exis­tieren. Gehälter sind zu niedrig […] Der Sonntag wird fast immer vom Einkaufen einge­nommen. […] Entspannung in Freizeit, wie wir es in den Verei­nigten Staaten  kennen, ist nicht Teil des täglichen Lebens des durch­schnitt­lichen sowje­ti­schen Bürgers.”

Scheidung ist legal bei fast jedem Grund. “Ein alter Witz ist: “Nur Ehe ist ein Grund für Scheidung in Russland” Die frühen Revo­lu­tionäre sind stolz auf die Verachtung gewesen mit der sie die Ehebe­ziehung betrachteten.”

Verei­nigte Staaten:

Durch verschie­denen Handels-, Finanz-, Einwan­de­rungs– und Steu­ern­grund­sätze hat die  Bundes­re­gierung den Wert der Arbeit seiner Bürger gedrückt. Gemäß der eigenen Statistik der  Bundes­re­gierung ist der durch­schnitt­liche Stun­denlohn des privaten Sektors — vor Steuern und infla­ti­ons­an­gepaßt — von über $9,00 1973 auf $7,50 in 1996 gefallen.

Während dieser Periode haben Familien es zunehmend schwierig gefunden, allein mit den Löhnen vom Ehemann zu exis­tieren. Frauen wurden gedrängt, die Arbeits­kraft beizu­tragen, um den Lebens­standard ihrer Familie beizu­be­halten. Dieses Notleiden des Fami­li­en­leben wurde als “die Befreiung der Frau”  verkauft.

Da die meisten Frauen während der Woche außerhalb von Zuhause arbeiten, sind ist Wochen­enden mit  Haus­ar­beiten gefüllt, Boten­gängen und Einkäufen. Vielen Familien mangelt es an Zeit für Entspannung.  Bezahlte Urlaube von zwei Wochen oder mehr, die normal für den Mittel­stand von Amerika gewesen  war, werden eine Seltenheit.

Da auch die Kultur von Amerika weniger christlich, mehr mate­ria­lis­tisch geworden ist, wird der Sonntag oft am Einkaufs­zentrum verbracht.

Schei­dungen und Eheähn­liche Gemein­schaften haben um sich gegriffen. Demzu­folge wachsen 37% der Kinder Amerikas auf ohne einen oder beide biolo­gi­schen Eltern­teile auf — der höchste Prozent unter den west­lichen Nationen.

Möglichkeit der Reform

UdSSR:

“Warum lehnen sich Leute in den kommu­nis­ti­schen Ländern gegen das System auf, oder verlassen es, wenn es so schlecht ist, wie wir es hören, dass es sei?”

“Rebellion ist nie eine leichte Aufgabe. Es ist besonders schwierig in einem tota­li­tären Poli­zei­staat […] wir finden ein umfang­reiches System der Überwa­chung […] Alle sowje­ti­schen Bürger müssen Iden­ti­fi­ka­tio­nen­pa­piere tragen.”

“Wirt­schaft­licher und sozialer Druck sind jetzt das Lieb­lings­mittel, die Forderung der Partei nach strenger Konfor­mität durch­zu­setzen. […] Strafende Arbeits­lo­sigkeit kann der Gegen­stück zu einem Todes­urteil in der Sowjet­union von heute sein. Nicht nur verliert das Indi­viduum seine Arbeit und seine Unter­kunft; niemand wird ihn einstellen.”

“Die Tatsache, daß die Leute, die sich anpassen, vorwärts­kommen und glück­licher sind, fördert auch die Akzeptanz des sowje­ti­schen Systems”.

Verei­nigte Staaten:

Um poli­tische Meinungs­ver­schie­denheit, den sie “Extre­mismus” nennt, zu iden­ti­fi­zieren, und schließlich zu unter­drücken steigert die Bundes­re­gierung die Überwa­chung von ihren eigenen Bürgern.

Der „Patriot Act” (sic) erlaubt die Beschlag­nahme privater Aufzeich­nungen ohne Vollmacht und  hinrei­chenden Verdacht und heimliche Schnüf­fel­ein­sätze in Privatwohnungen.

Jahrelang hat die Bundes­re­gierung die Sozi­al­ver­si­che­rungs­nummer und den Führer­schein benutzt, um seine Bürger zu iden­ti­fi­zieren und zu verfolgen. Man erwartet, daß der Einsatz von Überwa­chungs­ka­meras durch die Regierung scharf ansteigen wird.

Auch auf Grund von Bundes­re­gie­rungs­grund­sätzen sind gute Arbeits­plätze schwer zu finden, und wenn man sich einen gesichert hat, zögert man, seine Anstellung zu gefährden, indem man sich mit  Meinungs­ver­schie­den­heiten oder Wider­stand beschäftigt.

Viele Ameri­kaner unter­schreiben “politisch korrekte” Konfor­mis­ten­an­sichten, um vorwärts zu kommen, oder aus einer gerecht­fer­tigten Angst, daß der ehrliche Ausdruck ihrer Ansichten zu Vergel­tungs­maß­nahmen führen wird, wie zum Beispiel gefeuert zu werden.

Schluss: Verei­nigte Staaten und die UdSSR

Eine “tota­litäre” Regierung ist definiert als eine, in welcher “eine auto­ritäre Regierung nur eine  poli­tische Partei duldet, welcher alle anderen Insti­tu­tionen unter­ge­ordnet sind, und welche die  voll­ständige Unter­werfung der Indi­viduen zum Staat verlangt.” [OED]

Solch eine Regierung wird alle poli­tische Kraft auf Bundeshöhe zentra­li­sieren, um ihre Grund­sätze  universal und einheitlich durch­zu­setzen. Die zentra­li­sierte Regierung wird nur eine poli­tische Partei  (entweder nominell oder in der Praxis) besitzen, um den Bereich poli­ti­scher Debatte und  Nicht­über­ein­stimmung zu margi­na­li­sieren. Alles, was die Autorität oder das Gutdünken von Regie­rungs­be­amten begrenzen kann, wie eine geschriebene Verfassung, wird regel­mäßig aufgelöst. Die Mitglieder von der regie­renden poli­ti­schen Partei genießen verschwen­de­rische Gehälter und  Privi­legien. Privat­besitz unter­liegt schwerer Besteuerung und ist von Beschlag­nahme bedroht.

Randolph Bourne hat für tota­litäre Regie­rungen beob­achtet, daß “Krieg die Gesundheit des Staates ist.” Solche Regie­rungen achten die Souve­rä­nität anderer Nationen so wenig wie die ihrer eigenen Bürger.

Tota­litäre Regie­rungen bestehen darauf, dass alle anderen mensch­lichen Insti­tu­tionen — Kirche, Schule, Presse und Familie — gehorsam ihren Zwecken dienen müssen. Keine Insti­tution kann mit ihrer Macht konkur­rieren oder in ihrem Weg stehen. Keine Person, nichtmal Gott, kann ober– oder außerhalb der  tota­li­tären Regie­rungen stehen. Ihren Bürgern wird der Treueeid “unter Gott” nicht erlaubt.

Wenn sich irgendeine Person selbst die Autonomie erlaubt, zu denken oder frei zu handeln, seine  eigenen Glauben und Ziele zu bilden, wird die tota­litäre Regierung seine Zerstörung suchen. Die voll­ständige Unter­wor­fenheit der Indi­viduen unter den Staat bedeutet, das Indi­viduen nicht frei sein  können, irgendwem sonst zu dienen. Der tota­litäre Staat lässt keine Riva­li­täten zu.

Da tota­litäre Regie­rungen mensch­liche Freiheit bis hin zur Verleugnung der mensch­lichen Natur  unter­drücken, werden ihre eigenen Bürger schließlich versuchen, sie zu abzu­setzen. Tota­litäre  Regie­rungen wissen dies, und versuchen, begin­nende Rebellion durch den Gebrauch von Überwa­chung  und anderen Poli­zei­staattak­tiken zu unterdrücken.

Der uner­bitt­liche Konflikt zwischen dem Bedarf der tota­li­tären Regierung an Unter­drü­ckung und der  Wunsch des Menschen nach Freiheit kann nur durch Revo­lution gelöst werden.

Ist die Bundes­re­gierung einem Zusam­men­bruch nach

“Sowjet-Art” nahe?

Die Bundes­re­gierung — Außer Kontrolle

Jüngste Ereig­nisse deuten an, dass die Bundes­re­gierung die Kontrolle über Teile der Verei­nigten Staaten und seiner Wirt­schaft verliert.

Die Gouver­neure von Neu-Mexikos und Arizonas haben den Notstand ausge­rufen, weil die  Bundes­re­gierung eine Invasion illegaler Einwan­derer erlaubt hat. In den Nach­wir­kungen eines voraus­ge­sagten Hurrikans waren die Natio­nal­garden unfähig, unsere Bürger der Golfküste vor Gewalt,  Plün­de­rungen und einem voll­stän­digen Zusam­men­bruch öffent­licher Ordnung zu schützen. Der Preis  von Öl und Benzin ist zunehmend unbe­zahlbar und bedroht die Existenz des Transport– und Verteil­netz­werks unserer Wirt­schaft. Trotz dieser natio­nalen Notfälle sind achtzig tausend Mitglieder der Natio­nal­garden im Irak und Afgha­nistan, einschließlich mehr als ein drittel derer von Loui­sianas  und Missis­sippi.

Die Aufstellung der Natio­nal­garden im Nahen Osten hat ihre Fähig­keiten geschwächt, den Schutz der Grenzen unseres Landes zu gewähr­leisten oder unver­züglich auf eine Natur­ka­ta­strophe zu reagieren. Die  Natio­nal­garden sind Teil der orga­ni­sierten Milizen mehrerer Staaten, aber die Bundes­re­gierung hat ihrer verfas­sungs­mä­ßigen Aufgabe beraubt: “das Durch­führen der Gesetze des Bundes, Aufstände zu unter­drücken und Inva­sionen abzu­wehren.” (Verfassung der USA, Artikel 1, Abschnitt 8)

Ange­sichts dieser inneren Unglücke bleiben Bush II. und die Repu­blik­raten weiter auf fremde Länder  fixiert. Sie sagen dem US-Bürger, “auf Kurs zu bleiben” mit der mili­tä­ri­schen Besatzung der  Bundes­re­gierung in Irak und Afgha­nistan. Die Bush-II.-Administration provo­ziert weiter die erdöl­reichen Länder Iran und Syrien, auf der Suche nach einer Entschul­digung, den Krieg im ganzen  Nahen Osten auszu­breiten. Einer seiner soge­nannten christ­lichen Unter­stützer, Pat Robertson, hat die  Ermordung von Hugo Chavez, dem demo­kra­tisch gewählten Präsident eines anderen erdöl­reichen  Landes, Venezuela, verlangt.

Die Bundes­re­gierung scheint unfähig, die Probleme unseres Landes außer durch Angreifen von anderen Ländern zu lösen. Dieses mili­ta­ris­tische und expan­sio­nis­tische Verständnis hat die vorletzte Phase eines anderen krie­ge­richen Wohl­fahrt­sim­pe­riums charak­te­ri­siert — der Union der sozia­lis­ti­schen Sowie­tre­pu­bliken, wie beschrieben durch Seweryn Bialer in seinem Buch, Das sowje­tische Paradoxon: Extern Ausbreitung, intern Niedergang.

Großartig zu erzählen ist die Endphase der UdSSR mit dem Zerbrechen ihrer Bundes­re­gierung am  Weih­nachts­fei­ertag 1991.

Ist der Zusam­men­bruch der Bundes­re­gierung unmöglich, oder nur — für einige — unvorstellbar?

Einige Kommen­ta­toren haben bemerkt, dass kein Medium oder akade­mi­scher Fachmann den Zusam­men­bruch der UdSSR voraus­gesagt haben.

Ein Grund könnte sein, daß das ameri­ka­nische Esta­blishment emotional zu inves­tiert in der UdSSR war, um sich seine Zerstörung vorstellen zu können. Mitten in den 80ern hat die poli­tische Linke immer noch  mit dem Kommu­nismus im Allge­meinen und der UdSSR im beson­deren sympa­thi­siert, sich  wider­setzend der harten Linie von Präsi­denten Reagan und für atomare Abrüstung. Für Jahr­zehnte hat  der Kalte Krieg gegen die Sowjets die poli­tische Rechte vereint und verschmolzen. In verschie­denem  Umfang hat sich der gesamte Raum des ameri­ka­ni­schen Esta­blis­he­ments über das Verhältnis zur UdSSR  definiert. Seine Zusam­men­bruch in Betracht zu ziehen war wie ein unbe­quemer Blick in die Leere. Also hat niemand hingeschaut.

Aber die Aussage, dass der Zusam­men­bruch von der UdSSR nicht vorher­gesagt wurde, soll nicht heißen, dass es nicht vorher­sagbar gewesen wäre. Im Rückblick verbrei­terten sich die Sprünge im sowje­ti­schen Gebäude zusehends. Der Zusam­men­bruch der UdSSR hätte voraus­gesagt werden können, obwohl es nicht geschah. Aber dieses bestätigt nur die Beob­achtung von Mark Twain: “Die Kunst der Prophe­zeiung ist sehr schwierig, besonders in Hinblick auf die Zukunft”.

Für Eliten und ihre Günst­linge in Medien und Akademien ist die Ahnung, das die Bundes­re­gierung der Verei­nigten Staaten ähnlich zusam­men­bräche, ähnlich unbe­greiflich. Aber ihre Unfä­higkeit oder Wider­wille sich so ein Ereignis vorzu­stellen bedeutet nicht, dass es nicht vorher­sagbar ist. Wie ihre Vorgänger, die die Vorboten vom sowje­ti­schen Zusam­men­bruch während der 1980er Jahren verpasst haben, sind sie so im Status quo inves­tiert, daß sie blind sind für die Kräfte, die es gefährden. Wenn sonst nichts, dann ist ihre gesamte Kurz­sich­tigkeit ein weiteres Zeichen für die Verletz­barkeit der Bundesregierung.

Wie im ersten Teil dieser Abhandlung skizziert, bringt das allmäh­liche Abrut­schen der Bundes­re­gierung in den Tota­li­ta­rismus zahl­reiche Vergleichs­punkte zwischen den Verei­nigten Staaten und der UdSSR hervor. Diese und andere Ähnlich­keiten legen nahe, dass die Bundes­re­gierung bald die UdSSR in einem entschei­denden Aspekt nachahmen könnte — durch die eigene Auflösung. Beispiele für diese anderen Ähnlich­keiten sind:

Demo­grafie: Fallende Geburtenrate

Eine Nation, die nicht in seine Geburtsrate inves­tiert, hat keine Zukunft.

Zur Zeit seiner Auflösung 1991 war die Gebur­tenrate der UdSSR 17 pro Tausend. Die ethni­schen Europäer der UdSSR, die Russen, waren nahe daran eine Minderheit zu werden. Die Russen machen nur noch 50,2% der Bevöl­kerung der UdSSR im Ganzen aus.

Der Rest der UdSSR hat das falsche Ideal der Diver­sität zusam­men­ge­fasst, und war eine Ansammlung verschie­dener ethni­scher Abstam­mungen, Natio­na­li­täten und Reli­gionen — asiatisch, islamisch und heidnisch. Die Wikipedia hat wider­li­cher­weise diesen ethni­schen Eintopf gelobt, sie mache die UdSSR zum “ethnisch mannig­fal­tigsten Land der Welt.” (Aber nicht für lange).

2005 wird die Geburtsrate in den Verei­nigten Staaten schät­zungs­weise bei 14 pro Tausend sein, tief genug, um Amerika auf Platz 164 von 220 Nationen einzuordnen.

Um diesen Gebur­ten­mangel entgegen zu wirken, hat die Bundes­re­gierung keine Anreize für Entbin­dungen geschaffen, wie es Australien mit seinem “Babybonus”-Steuergutschriften machte. Sie  haben auch nicht die Zwil­lingsübel von Abtreibung und Homo­se­xua­lität wieder unter Strafe gestellt.

Die Antwort der Bundes­re­gierung zur fallenden Gebur­tenrate ist, zu Massen­ein­wan­de­rungen zu ermutigen. Die Kombi­nation von einer fallenden Gebur­tenrate und Massen­ein­wan­derung von  Dritt­welt­ländern bedeutet, das die Europisch-Amerikanische Bevöl­kerung unseres Landes am Rande  steht, eine Minderheit zu werden. Der Zensus hat kürzlich ange­kündigt, dass sich Texas Kali­fornien als “Minderheit-Mehrheitsstaat” ange­schlossen hat. Euro­päische Ameri­kaner werden vorraus­sichtlich bis zum Jahr 2050 eine ethnische Minderheit werden. In der Zwischenzeit verwandelt die  Massen­ein­wan­derung Amerika in ein Faksimile der UdSSR: ein Pulverfass verschie­dener Staats­an­ge­hö­rig­keiten, ethni­scher und reli­giöser Gruppen, das früher oder später deto­nieren wird.

Rückgang der Wirt­schaft­lichen Produktion

Die Wirt­schaft von der UdSSR war berüchtigt für seine unwirksame und letzten Endes unzu­läng­liche wirt­schaft­liche Produktion. Aber der unbe­streitbare Niedergang von der sowje­ti­schen Wirt­schaft wurde nicht unbedingt in allen seinen offi­zi­ellen Statis­tiken reflektiert.

Viele Wirt­schafts­wis­sen­schaftler haben die Genau­igkeit der Wirt­schafts­daten der kommu­nis­ti­schen Länder, die ein Produkt der Regie­rungen sind, die von einer poli­ti­schen Partei kontrol­liert wurden, bezweifelt. Ihr Verdacht war im Nach­hinein wohl­be­gründet. Zum Beispiel 1989 hat die kommu­nis­tische Regierung der ehema­ligen Deutschen Demo­kra­ti­schen Republik ange­kündigt, dass ihr Haus­halts­de­fizit, Handels­de­fizit und die Währungs­in­fla­ti­onsrate viel höher waren, als war zuvor angegeben. Gemäß der
New York Times hat diese Offen­barung “ein überraschtes Luft­schnappen” bei denje­nigen verur­sacht,  die die letzten Sitzungen ihres Parla­ments besucht haben.

Wie bei der UdSSR berichten die rosigen Pres­se­mit­tei­lungen der Bundes­re­gierung über das Wachstum des Brut­to­in­lands­produkt der USA nicht unbedingt die ganze Wahrheit. Wie auch bei der UdSSR und der Deutschen Demo­kra­ti­schen Republik neigen Ein-Parteienregierungen dazu, ungenaue Wirt­schafts­daten  zu liefern. Mangels einer wahren Oppo­si­ti­ons­partei, sind die Repu­blik­raten frei, “die Bücher zu kochen”. Niemand schaut hin.

Doch gewisse unbe­streitbare Tatsachen zeigen einen Niedergang in der wirt­schaft­lichen Produktion an. Der Kongress hat kürzlich die Schuld­ober­grenze der Bundes­re­gierung angehoben, um eine Schuld von  mehr als $8 Billionen zu genehmigen.

Handels­de­fizite stellen jedes Jahr eine Rekord auf, was andeutet, dass wir regel­mäßig weniger und weniger von dem herstellen, was wir verbrauchen.

Drei­und­zwanzig Prozent der Männer im arbeits­fä­higen Alter sind voll und ganz arbeitslos. Rekord­ver­schuldung der Regierung, Rekord­han­dels­bi­lanz­de­fizit und weit verbreitete Arbeits­lo­sigkeit passen nicht zusammen mit einer wach­senden, produk­tiven Wirtschaft.

So sollten wir mehr als skeptisch sein, wenn die Bundes­re­gierung überschwenglich die eindrucks­volle Größe unseres BIP lobpreist. Wir sollen uns ans das Orwell’sche Minis­terium für Überfluss erinnern, welches jedes Jahr bekannt­machte, daß der Lebens­standard um 20% gestiegen ist. Die ganze Zeit ist Leben in Oceania mise­rabler geworden, während die Bürger aufge­fordert wurden, ihre tota­litäre Regierung und deren endlose Kriege zu unterstützen.

Währungs­nie­dergang; steigend Warenpreise

Ein Niedergang in der wirt­schaft­lichen Produktion einer Nation wird norma­ler­weise von einer Entwertung seiner Währung begleitet. Warum eine Währung ansparen, solange man nicht sicher ist, dass man damit Dinge kaufen kann?

1988, nach Jahr­zehnten wirt­schaft­lichen Nieder­gangs und drei Jahre vor ihrer Auflösung hatte die UdSSR den Rubel bezogen auf den US-Dollar gewaltig überbe­wertet. Ab 1988 war der offi­zielle Wech­selkurs des Rubel 0,6 Rubel pro Dollar. Der inof­fi­zielle Schwarz­markt­wech­selkurs war 4 bis 6 Rubel pro Dollar. Der Markt hatte entschieden, dass Dollar viel besser als der Rubel war, um Dinge zu kaufen.

Wie die UdSSR stehen die Verei­nigten Staaten einem inneren Niedergang in wirt­schaft­licher Produktion gegenüber. Aber bis vor kurzem wurde der US-Dollar durch seinen fort­wäh­renden Status als „Welt­re­ser­ven­währung” gestützt — ein Status, der durch Auslands­in­ves­ti­tionen in in Dollar ausge­drückten Schuld­wert­pa­pieren der Bundes­re­gierung verliehen wird. Der “Reservenwährungs”-Status des Dollar´s hat es der Bundes­re­gierung ermög­licht, ihre $8 Billion Schulden anzusammeln.

Aber kürzlich ist der Dollar in einen unnach­gie­bigen Abwärts­trend relativ zum Preis einer  uner­läss­lichen Ware gekommen — Erdöl. Die Nachfrage nach Öl neigt dazu, unelas­tisch zu sein. Konstante  Erdöl­nach­frage gekoppelt mit einem steilen Anstieg im Ölpreis bedeutet eine Schwä­chung des US-Dollar. Unkon­trol­liert wird diese Abnahme des Dollar­werts auslän­dische Kapi­tal­an­leger vom Dollar weg und zu anderen Währungen oder Waren wie zum Beispiel Gold oder Erdöl hin führen.

Sollten sich die mili­tä­ri­schen Unglücke der Bundes­re­gierung fort­setzen, wird sich noch ein anderer Grund zeigen, den Dollar zu verkaufen. Um seinen Wert gegenüber teureren Waren zu halten, braucht Fiat Money viel „Fiat”, also Vertrauen hinter sich. Wie der Rubel ist des Dollars Schicksal gebunden an das Vermögen — oder Unver­mögen — seiner Regie­rungs­streit­kräfte gebunden.

Mili­tä­ri­sches Versagen in Afgha­nistan und dem Nahen Osten

Nach einem Jahrzehnt wirt­schaft­licher Stagnation und Nieder­gangs während der 1970er Jahre hat die UdSSR Afgha­nistan 1979 überfallen. Die resul­tie­rende sowje­tische Besatzung dauerte acht Jahre und kostete 13.000 sowje­tische Soldaten das Leben. Bezeichnet als “der größte grober Fehler von Breschnew” hat der unpo­puläre Krieg die Bühne bereitet für den Aufstieg von Michael Gorbat­schow, der die Auflösung der UdSSR zuge­lassen hat.

Der jetzige Versuch der Bundes­re­gierung, Afgha­nistan und Irak zu besetzen, läuft schlecht. Die aktuelle Ausfallzahl an ameri­ka­ni­schen Soldaten in Afgha­nistan und Irak liegt bei 13.000 Toten oder Verwun­deten.

Die öffent­liche Meinung hat sich gegen den Nahost­krieg gewandt; er wird zunehmend unpopulär. Noch hat kein promi­nenter Bundes­re­pu­blikrat ein Ende des Krieges verlangt. Gemäß einem Kongress-Republikraten ist das Thema “tabu”.

Wie lange noch bis jemand wie bei den Russen beginnt, die Frage zu stellen: “Ist ein Ende der Bundes­re­gierung der einzige Weg, diesen dummen Krieg zu beenden?”

Die Zurschau­stellung der mili­tä­ri­schen Schwäche der Sowjets in Afgha­nistan hat eine Rebellion in anderen Vierteln gerührt. Die UdSSR erschien zögerlich, viel­leicht unfähig, kraftvoll mit anderen Aufstän­digen und Sezes­sio­nisten umzugehen. Nachdem man die Niederlage in Afgha­nistan zugab und sich im Februar 1989 zurückzog, musste die sowje­tische Regierung umkehren und die Oppo­sition entlang der osteu­ro­päi­schen Grenze konfron­tieren. Im Januar 1990 haben verschiedene ethnische Gruppen Souve­rä­nität für ihre jewei­ligen natio­nalen Repu­bliken verlangt und mit Sezession gedroht. Die führenden darunter waren die balti­schen Repu­bliken, angeführt durch Litauen. Im April 1990 hat Gorbat­schow zugegeben, dass eine solche Sezession gesetzlich möglich war. Im Mai erklärten Litauen, Lettland und Estland ihre Unab­hän­gigkeit machten bekannt, dass baltische Wehr­pflichtige nicht länger in der Roten Armee dienen müssen. Im folgenden Jahr ist die UdSSR zusammengebrochen.

Die Bundes­re­gierung bezweifelt jetzt, ob seine eigenen mili­tä­ri­schen Stra­tegien und Möglich­keiten ausrei­chend sind, um ihre Aufgaben durch­zu­führen. Ihre Politiker fragen offen, woher die  Bundes­re­gierung die Truppen nehmen will, die notwendig sind um ihre Missionen durch­zu­führen. Das Pentagon hat zugegeben, dass seine “Zwei große Regionalkonflikte”-Strategie unzu­länglich und überholt ist.

Wird dieses Zeichen der Schwäche dieje­nigen nicht ermutigen, die sich der Bundes­re­gierung durch Aufstand oder Sezession entge­gen­setzen würden? Hat nicht die Bundes­re­gierung — wie die sowje­tische Regierung des letzten Jahr­hun­derts — den Rat von Machia­velli in zwei wichtigen Punkten ignoriert,  weder geliebt noch gefürchtet zu sein?

Schluss:

Tota­litäre Regie­rungen regieren ihre Bürger mit Macht, nicht mit Prinzip. Weil sie die Existenz einer höheren Autorität oder höherem Gesetz verleugnen, führen sie athe­is­tische Kampagnen gegen die christ­liche Religion. Sie reagieren auf fallene Gebur­ten­raten durch Fördern des Multi­kul­tu­ra­lismus und  der Einwan­derung. Wenn sie einem Niedergang in wirt­schaft­licher Produktion gegen­über­stehen, begehen sie Währungs­ma­ni­pu­la­tionen und schließlich mili­tä­ri­schen Inter­ven­tio­nismus z.B. die “Breschnew Doktrin” oder die “Bush Doktrin”.

Der innere Niedergang, der unver­meidlich das Schicksal tota­li­tärer Staaten ist, kann von ihrer äußer­lichen Ausbreitung nicht behoben werden. Die Nekrose eines Staates oder seines Volkes kann nicht durch Ausbreitung auf andere Staaten und anderen Völker geheilt werden. In einem vergeb­lichen Versuch, die Wirkungen vom innerem Niedergang zu bezwingen wird das expan­sio­nis­tische Streben der tota­li­tären Regierung seine mili­tä­ri­schen Leis­tungs­ver­mögen überstra­pa­zieren. Das Defizit wird in ihren schei­ternden Besat­zungen von auslän­di­schen Staaten sowie der Unfä­higkeit resul­tieren, die Wohlfahrt für den Staat und ihre eigenen Bürgern zu liefern.

Das Versagen im Inneren tota­li­tärer Staaten verur­sacht schließlich weit verbreitete Unzu­frie­denheit unter ihren Bürgern. Dann wird das poli­tische Durch­ein­ander, das beim Auflösen ihrer Bundes­re­gie­rungen auftreten wird, ihnen nicht bedroh­licher erscheinen als das, was ihnen schon  gegen­über­steht — der Zusam­men­bruch öffent­licher Ordnung oder das Verschwinden der Grenzen ihrer Nationen. Was der UdSSR geschehen ist, kann hier auch geschehen, und zum Wohle der Bürger Amerikas, ihre Vorfahren und ihren Kinder, wird es hier geschehen.

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